„Die Grundwassergefährdung im Trinkwasserschutzgebiet des Eichwalder Wasserwerks?“ (Teil 4)
3. Kapitel: Das Gefahrenpotential durch den Brand bzw. durch die Brände auf dem Gelände des ehemaligen Schmöckwitzer Reifenwerkes
Nach dem verheerenden Reifenwerkbrand in Schmöckwitz im Jahr 2005, es war wohl der größte Feuerwehreinsatz in Berlin seit dem 2. Weltkrieg, sind im erheblichen Ausmaß Schadstoffe und Gifte über den Luft- und Wasserpfad freigesetzt worden.
Diese Aussage wird durch öffentliche und offizielle Dokumente des Senats von Berlin bestätigt. So ist hierzu die Antwort 3 in der Kleine Anfrage Drucksache 15 / 13 001 der 15. Wahlperiode des Abgeordneten Volker Thiel (FDP) vom 22. November 2005 zum Thema „Großbrand im Reifenlager Schmöckwitz“ ausgesprochen aufschlussreich: „Nach Aussage des Senats von Berlin wurde bei Untersuchungen bereits eine Verlagerung des kontaminierten Grundwassers auf die Brunnengalerie des Wasserwerkes Eichwalde festgestellt. Verunreinigt wurde das Grundwasser infolge der Bekämpfung des Reifenwerkbrandes ……lokal durch BTEX, PAK, MKW und anionische Tenside, die stark bzw. sehr stark krebserzeugend sind“ Hier noch einmal die Antwort auf Frage 3 im vollen Wortlaut:
Frage 3: Welche Erkenntnisse liegen über die Verseuchung des Bodens und der benachbarten Grundstücke sowie über die Belastung des Langen Sees als Folge des Brandes vor?
Antwort zu 3: Das Bezirksamt Treptow-Köpenick teilt hierzu mit, dass es infolge des Reifenbrandes zu einer Verunreinigung des Bodens unterhalb der Brandflächedurch Zink, Mineralölkohlenwasserstoffe (MKW) und Polycyclische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) in einer Mächtigkeit von durchschnittlich 30 cm sowie zur lokalen Verunreinigung des Grundwassers durch BTEX, PAK, MKW und anionische Tenside kam. Das Grundwasser steht im Brandbereich sehr hoch bei ca. 3,80 m uGOK an. Die Fläche des ehemaligen Reifenwerkes liegt im Absenktrichter des Wasserwerkes Eichwalde, in der Wasserschutzzone III A im unmittelbaren Randbereich zur Wasserschutzzone II. Mit den durchgeführten Untersuchungen wurde bereits eine Verlagerung des kontaminierten Grundwassers auf die Brunnengalerie des Wasserwerkes Eichwalde festgestellt.
Im Bereich der in der Rauchfahne liegenden Grundstücke hat der Niederschlag der Rauchgase zu oberflächigen Verunreinigungen von Gebäuden/Terrassen/Freiflä- chen u.a. geführt. Genaue Angaben über betroffene Grundstücke und Gebiete liegen dazu aber nicht vor. Den Fachbereich Umweltschutz des Bezirksamtes Treptow-Köpenick erreichten diesbezüglich sehr wenige Anrufe. Der Lange See wurde nur in der Phase des Brandes nach Ausbruch des Feuers in der Nacht vom 30.04. – 01.05.2005 bis in den frühen Vormittag des 01.5.2005durch Löschwasser belastet. Hintergrund sind die vorhandenen Anlagen zur Regenentwässerung des Gesamtgrundstückes, die in den Langen See münden. Ab 01.05.2005 am Vormittag wurde das Löschwasser durch das THW mittels Umpumpen in die Schmutzwasserkanalisation geleitet. Es wurde aber gleichzeitig eine Ölsperre im Einmündungsbereich des Langen Sees gelegt, so dass sich die flächenmäßige Belastung auf den Ölsperrenbereich beschränkte. Im Rahmen des Routineüberwachungsprogramms im Langen See wurden keine Auffälligkeiten festgestellt.“
In den Jahren 2008 und 2009 stand das Reifenwerk mit den entsprechenden stark gesundheitsschädlichen Umweltbelastungen erneut in Flammen. Wieder ging man von Brandstiftung auf dem ungesicherten Gelände aus. Wenn das so ist, muss man davon ausgehen, dass das Reifenwerk demnächst bald wieder brennt.
Lesen Sie morgen oder übermorgen den letzten Teil zu dieser brisanten Reihe!