Bricht nun bald das System der BBI-Spekulationen wie ein Kartenhaus in sich zusammen? Auch wenn Air Berlin nun vorerst gerettet wurde? (Teil 5)
In Teil 4 berichtete ich wieder (wie oft eigentlich schon?) zu den dramatischen Turbulenzen bei Air Berlin, indem ich einen sehr gut recherchierten Artikel des manager magazins auf diesem Blog verlinkte und kommentierte. Der angekündigte gigantische Auftritt von Air Berlin auf dem BER ist ein gewichtiger Teil der umfassenden BBI-Spekulationen. In der Prognose bzw. Rechnung der Flughafengesellschaft und deren Gesellschafter ist jedoch weder die zu erwartende Bruchlandung von Air Berlin, noch das von der IATA prognostizierte Schreckensjahr 2012 eingepreist. Beide Aspekte hängen logischer Weise eng miteinander zusammen. Bei der FBB wird hingegen Friede, Freude, Eierkuchen geheuchelt, wonach Air Berlin expandiert und es in 2012 keinen Einbruch im Luftverkehr geben wird.
Wie in Teil 3 bereits herausgearbeitet, sind diese von Schwarz erhofften Umsatzsprünge völlig unrealistisch, weil an diesem Billigfliegerstandort jede Erhöhung der Flughafengebühren kontraproduktiv wäre. Und in Abwesenheit eines Drehkreuzes wird das erwünschte Non-Aviation-Umsatzplus extrem ernüchternd ausfallen. Zur Erinnerung: Der gegenwärtige Mann mit den Koffern und Herr der Komparsen, FBS-Chef Schwarz, hatte vor Kurzem tatsächlich einen in Kürze zu erreichenden Non-Aviation-Anteil von 50 % angekündigt, was wieder einmal nicht durch die Presse zum Anlass der Kritik oder des Hinterfragens genommen wurde. Und weil derartige Entwicklungen in Abwesenheit eines Drehkreuzes am Standort Schönefeld ausgeschlossen sind und es in der heutigen Zeit kein 3. deutsches Drehkreuz geben wird, müssten dann wieder die Flughafengebühren angehoben werden, was dazu führt, dass in diesem armen Einzugsgebiet des BBI noch weniger geflogen oder auf andere Flughäfen ausgewichen wird. Die preisbewussten Passagiere sind natürlich ausgesprochen preissensibel…..Ebenso die Low Cost Carrier.
Also, alles nur heiße Luft kann man sagen, oder besser ist heute zu sagen: Die Umsätze gehen in den Keller und denen steht das Wasser tatsächlich bis zum Hals……(es wurde hier auch über die Überflutung der SLB und der BER-Keller berichtet……).
Nach den Aussagen der FBB (ehemals FBS, die wiederum aus der ehemaligen BBF hervorging und man muss jetzt nur die Buchstaben der ersten Version rückwärts lesen, dann ist wieder alles, aber sehr teuer beim Alten) wird aus einem Vorjahresüberschuss in Höhe von 4 Mio. € (also in 2010) ein Verlust in Höhe von 70 Mio. € im Jahr 2011: Und dieser Verlust klettert laut Geschäftsbericht (Seite 81) dann weiter auf 127,6 Mio. € in 2012. So versteckt man die tatsächlichen Verluste oder manipuliert diese, da die unterstellten Umsatzsprünge nie und nimmer realisierbar sind (FBB-Chef Schwarz erträumt sich also für 2012 einen Umsatzsprung in Höhe von 42 % gegenüber 2010). Bei diesem Umsatzplus von 100 Mio. € entsteht also plötzlich auf der Minusseite im Jahr 2012 innerhalb eines halben Jahres des BER-Betriebes ein Verlust in Höhe von 127,6 Mio. € . Nicht auszudenken was passiert, wenn dann der BER in 2013 ganzjährig im Einsatz ist und die Umsätze um 200 Mio. € steigen würden. Entstehen dann plötzlich Jahresverluste in Höhe von 200 Mio. €?! Einen Outlook für das Jahr 2013 wollte der FBS-Chef auf Nachfrage jedenfalls lieber nicht geben…..Wäre der BER aber aus diesem Verlustzone heraus, hätte er es jedoch getan. Anhand dieser FBB-Zahlen können wir nur ahnen, warum der Businessplan des staatlichen und nicht privatisierbaren Großflughafens so absolut streng geheim ist. Wer den liest, darf nicht petzen….Am besten nach dem Lesen gleich vergessen, was man gelesen hat.
Fakt ist, dass man mit dauerhaften Verlusten von mindestens 200 Mio. EURO pro Jahr rechnen muss. Konservativ gerechnet, weil diese Umsatzsprünge mit der geplanten Erhöhung der Gebühren und diese unterstellten Non-Aviation-Sprünge mit Sicherheit nicht eintreten! Die drastische Erhöhung der Flughafengebühren hätte dann natürlich wieder zur Folge, dass weniger Passagiere auf dem Verlustflughafen BER einchecken würden. Inmitten der Armutsmetropole werden diese höheren Gebühren trotz der von Platzeck verordneten künstlichen BBI-Monopolstellung zu purem Gift. Denn dieser kreditfinazierte Verlust-BER wird nach dessen Inbetriebnahme immer noch von Billigfliegern dominiert! Und das ist ein weiteres Moment der Spekulation: Die stagnierenden oder gar einbrechenden Umsätze werden darüber hinaus auch noch von dem für die Kredite aufzubringenden Schuldendienst in den Abgrund gerissen.
Fazit: Vor dem Hintergrund, dass die fetten Jahren vorbei sind, kann ich auf folgendes treffendes Zitat aus meinem Buch auf Seite 120 verweisen:
„Bei Stagnation pegelt sich der Umsatz auf 250 Mio. Euro ein, der mit ca. 21 Mio. Passagieren realisiert wird. Da der Umsatz nur unwesentlich höher ist als der Schuldendienst bzw. die Rückstellungen für diesen, müssten die oben geschätzten Verluste in Höhe von 200 Mio. Euro und der Schuldendienst mit 226 Mio. Euro jährlich über die zu erhebenden Flughafenentgelte ausgeglichen werden“.
Und bei den Verlusten durch die minimalen Billigfliegereiumsätzen und dem zusätzlichen Schuldendienst für die BBI-Kredite müssten die Flughafengebühren so schwindelerregend hoch sein, dass man den BBI lieber gar nicht erst eröffnen sollte. Die BBI-Spekulation besteht also in einem Satz gesagt darin, dass der kreditfinanzierte BER als LCC-Flughafen dauerhaft Verluste einfliegen wird und seinen Schuldendienst durch diese minimalen Billigfliegereiumsätze erst recht nicht leisten können wird! Bei dieser Rechnung sind allerdings die wahren Kosten des Lärmschutzes noch gar nicht berücksichtigt, auf die der BVBB aufmerksam macht und die den BBI ganz unabhängig davon in die Pleite treiben könnten (Hier der Link).
Während die BBF damals bereits pleite war und durch den Steuerzahler entschuldet werden musste (Baufeld-Ost-Skandal) trifft das für die FBB erst Recht zu: Die kann man dann aber nicht mehr entschulden. Denn Berlin ist ebenfalls pleite! Ausserdem wollen die Geberländer für den hochdekadenten Berliner u.a. (Lärm)luxus nicht mehr zahlen. Und schließlich greift dann auch noch die Schuldenbremse. Vorausgesetzt, dass der Crash nicht noch vorher kommt! Deshalb soll FBB-Chef Schwarz seine Koffer wieder abziehen und sofort einen Baustopp verfügen. Und dann seinen Hut nehmen!
Comment » | Aktuelles, Allgemein, BBI-Baustopp sofort, Trotz FBS-Märchen kommt auch der BBI-Crash!