Airlines fordern Sparbeitrag von den Flughäfen: Und die Lage ist bedrohlich, selbst für die Lufthansa!

Für die Lufthansa ist ist die Lage bedrohlich geworden und sie legt daher ein rigoroses Sparprogramm auf, um gegenüber den Billiganbietern konkurrieren zu können. Aber denen geht es auch nicht gut.

“Die Lufthansa hat im ersten Quartal einen operativen Verlust eingeflogen, mit dem selbst Analysten nicht gerechnet hätten. Nun meldet sich Aufsichtsratschef Weber zu Wort – und warnt vor weiterer Verschuldung”.

Hier der Link zum Artikel im Handelsblatt!

Vor Kurzem stand die Lufthansa noch ganz gut da, zumindest im Vergleich zu Air Berlin! Und nun dieser Einbruch! Fairerweise muss man im Vergleich der Aktien von Lufthansa und Air Berlin feststellen, dass die Aktie von Lufthansa  im letzten Jahr mit 34,08 % sogar noch etwas mehr  verloren hat, als die von Air Berlin mit  33, 13 %  Verlust (Ich hatte mehrfach über den extremen Sinkflug von Air Berlin berichtet). Allerdings verlor deren Aktie in den letzten 5 Jahren 89,78 %, während die Lufthansaaktie  ”nur” 56,64 % einbüßte. Soweit der Stand vom 5. Mai 2012.

Das Problem besteht aber insgesamt darin, dass die Branche, die eigentlich gar nicht so existieren dürfte (ich berichtete), kaum noch etwas verdient. Das trifft erst recht dann zu, wenn die Kerosinkosten durch die Steigerung des Ölpreises immer horrender werden. Ein wachsender Ölpreis treibt wiederum die Inflation an und kommt zeitverzögert über die Zapfsäulen auch in den Lebensmitteln und Haushalten in unserer Just-in-Time-Gesellschaft an. Deshalb wird der Zeitpunkt kommen, wo es in absehbarer Zeit nicht nur kaum noch etwas in dieser Branche zu verdienen gibt, sondern gar nichts mehr:

“An Europas Himmel ist gegenwärtig kaum noch was zu verdienen. Die Fluggesellschaften wollen die Flughäfen und möglichst auch die Flugsicherung am Sparkonzert beteiligen.”

 Hier der Link!
“Die Flughäfen sollen den Fluggesellschaften beim Sparen helfen: «Die Infrastrukturentgelte an den Flughäfen müssen nachhaltig um 10 bis 20 Prozent abgesenkt werden», verlangte Roland Busch, Finanzchef der Lufthansa-Passage und Vorstand des Bundesverbands der Deutschen Fluggesellschaften (BDF), am Donnerstagabend beim Luftfahrt-Presse-Club in Frankfurt. Angesichts steigender Treibstoffpreise und immer neuer Steuern und Abgaben könnten die Fluglinien die notwendigen Einsparungen im Luftverkehr nicht mehr alleine erbringen.”
Wie gesagt dürfte es die Luftfahrtbranche eigentlich gar nicht so geben. Sie  konnte nur durch üppige und dauerhafte Subventionen überleben und beständig wachsen. Das scheint nun endgültig vorbei zu sein, denn die fetten Jahren sind ja auch vorbei, die Inflation beschleunigt sich zunehmend. Und beginnt die Inflation erst zu galoppieren, ist der EURO-Crash auch nicht mehr abzuwenden. Diese Entwicklung korrespondiert auch mit der Regel, dass der Luftverkehr ein Indikator der wirtschaftlichen Entwicklung ist, wonach 1 % Wirtschaftswachstum ca. 2 % Luftverkehrswachstum induziert. Und umgekehrt gilt das dann natürlich genauso! Die gegenwärtigen Probleme in der Luftverkehrsbranche sind deshalb auch Spiegel und Reflex der wirtschaftlichen und fiskalpolitischen Verwerfungen auf den Märkten und Kontinenten: Weltweit!
Ebenso dürfte es den vor der Eröffnung stehenden BER eigentlich nicht geben: Ich berichtete vor einigen Tagen darüber, dass die Miniumsätze je Passagier auch im  Jahr 2011  immer noch sinken: Im Jahr 2011 wurden nur noch 10,9 EURO pro Passagier in Berlin eingeflogen, während der Durchschnitt bei den deutschen internationalen Flughäfen in 2011 bei ca. 25 EURO liegt.
Allerdings  haben z.B. die angeschlagene Lufthansa und die im Sinkflug befindliche Air Berlin auf den BER gesetzt, der sich angeblich  rasant Entwicklung soll: Also sie haben auf einen Flughafen gesetzt, mit dem kaum Geld zu verdienen ist. Auch nicht mit Billigangeboten, da die Infrastruktur dafür viel zu kostenintensiv sein wird.
Wenn es nach den Wünschen der kriselnden Luftverkehrsbranche gehen würde, müssten die Infrastrukturentgelte an den Flughäfen nachhaltig um 10 bis 20 % abgesenkt werden, um damit die Airlines zu subventionieren. Wie soll das am BER funktionieren, der mit Billigairlines bespickt ist: Dann müssten die Flughafengebühren am BER nochmals erhöht werden……Das allerdings schließt sich aber auch wieder aus, weil dann die Nachfrage einbrechen würde, solange es kein leistungsstarkes Drehkreuz am BER gibt. Und das wird es wiederum nicht geben können, da die Airlines in allen Segmenten nun sehr nachhaltig auf Schrumpfkurs sind. In der heutigen Zeit geht es um so mehr darum, die beiden deutschen Drehkreuze zu erhalten, vor der Konkurrenz zu schützen und nicht durch einen 3. Hub zu zerfasern. Und warum gerade ein neues Drehkreuz in der Hauptstadt der Billigflieger, in einer entindustrialisierten, armen Region  Berlin-Brandenburg?
Entsprechend der Forderung der Fluggesellschaften sollen die Flughäfen nun die Fluggesellschaften mit ihren hohen Gewinnen,  die sie besonders mit der Vermietung von Ladenflächen erzielen,  finanzieren. Allerdings dürfte  bei Non-Aviation durch die wirtschaftliche Situation in Berlin erst recht nichts zu holen sein: Berlin ist bettelarm und kann sich nur durch Betteln bei den Geberländern über Wasser halten, während der BER absurderweise von Billigairlines dominiert wird. Und die Billigfliegerpassagiere geben vor dem Flug kaum  etwas aus,  weil sie entsprechend des glorreichen BER-Slogans, nur da schnell hin und weg wollen.  Ergo wird es nicht nur keine hohen Gewinne am BER geben, sondern gar keine: Dafür aber auf Dauer horrende Verluste und hohe Gebühren, um auch noch den Schuldendienst für den von den Banken finanzierten BBI zu leisten. Der neue Berliner Bankenskandal lässt also grüßen, weil der BBI/BER  sich nun als eine noch größere und fehlschlagende Spekulation entpuppen wird: Denn erst wurde durch die Subventionierung von easyJet und co für die Billigairlines geflogen: Jetzt wird vom Milliardengrab BBI für die Banken geflogen.
Die “Jobmaschine BER” sollte ja nach den Aussagen von Flughafenchef Schwarz angeblich bedeutende Drehkreuze in Europa ablösen.
Warum dieser “hoffnungsträchtige” BBI/BER, der nun bald an den Start gehen soll, ein völlig unzureichendes Schallschutzprogramm für die vom Fluglärm betroffenen Bürger finanzieren will bleibt dabei ein absolutes Rätsel. Werden etwa die Airlines in Höhe von bis zu 20 % aus den “Gewinnen” der FBB subventioniert, so dass sich das Schallschutzprogramm in Luft aufgelöst hat? Oder ist die FBB etwa pleite, weil sie sich so knauserig gibt? Das wäre nicht nur naheliegend, sondern logisch!
Hier der Text des oben verlinkten  Artikels
Die Flughäfen sollen den Fluggesellschaften beim Sparen helfen: «Die Infrastrukturentgelte an den Flughäfen müssen nachhaltig um 10 bis 20 Prozent abgesenkt werden», verlangte Roland Busch, Finanzchef der Lufthansa-Passage und Vorstand des Bundesverbands der Deutschen Fluggesellschaften (BDF), am Donnerstagabend beim Luftfahrt-Presse-Club in Frankfurt. Angesichts steigender Treibstoffpreise und immer neuer Steuern und Abgaben könnten die Fluglinien die notwendigen Einsparungen im Luftverkehr nicht mehr alleine erbringen.

Busch hat vor allem die Gebühren der Flugsicherung und der Flughäfen im Blick. Die Kosten würden mit einem Gewinnaufschlag an die Fluglinien durchgereicht, die sie mit dem Ticketverkauf erwirtschaften müssten. Dabei sei Deutschland Spitzenreiter: Selbst an den Flughäfen London Heathrow, Paris Charles de Gaulle und Amsterdam kämen die Fluglinien bei den Infrastrukturentgelten je Passagier billiger weg als an Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt.

«Die Standortkosten saugen den Erfolg unserer eigenen Sparprogramme immer wieder auf», sagte Busch, der bei der Lufthansa derzeit das milliardenschwere Sparprogramm «Score» mit durchsetzt. Damit will Europas größte Fluggesellschaft ihre Kosten bis zum Jahr 2015 um mindestens 1,5 Milliarden Euro senken, um Luft für Investitionen in neue und sparsamere Flugzeuge zu bekommen. Mit solchen Programmen hat die Lufthansa seit den 1990er Jahren Erfahrung: «Es ist frustrierend zu sehen, dass es am Ende immer nur ein Verlustverhinderungsprogrammgewesen ist», sagte Busch.

Großes Sparpotenzial sieht der Manager bei den Flughäfen, die beim Gewinn vor Steuern und Zinsen erheblich besser dastünden als die Fluggesellschaften. So habe der Flughafen München im Jahr 2010 eine Umsatzrendite (EBIT-Marge) von 27 Prozent erzielt, der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport und der Flughafen Düsseldorf seien 2011 jeweils auf fast 21 Prozent gekommen. Bei der Lufthansa betrug die EBIT-Marge nur 2,6 Prozent, Air Berlin steckte operativ sogar in den roten Zahlen. Unter dem Strich schrieben die beiden größten deutschen Fluggesellschaften Verluste. «Das ist nicht fair», sagte Busch.

Der BDF-Vorstand erneuerte die Forderung nach einem stärkeren Wettbewerb bei den Bodenverkehrsdiensten, die unter dem Dach der Flughafen-Gesellschaften meist wenig effizient arbeiteten. Allerdings räumte er ein, dass die Flughäfen ihre hohen Gewinne vor allem in anderen Bereichen erzielten – etwa mit der Vermietung von Ladenflächen. Trotzdem könnte die Zulassung eines dritten Anbieters für Bodenverkehrsdienste an vielen Flughäfen die Kosten sinken lassen, sagte Busch.

Stand: 20.04.2012 – 13:18

 

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