Bricht nun bald das System der BBI-Spekulationen wie ein Kartenhaus in sich zusammen? Auch wenn Air Berlin nun vorerst gerettet wurde? (Teil 2)
Nachdem entsprechend meiner Explikationen im 1. Teil dieses Textes gestern der EURO bedrohlich absackte (hier ein Link dazu), möchte ich nun wieder auf die Konsequenzen des Deals “Air Berlin – Etihad” eingehen. Angenommen der BER gräbt den Drehkreuzen Fraport und München als plötzlich in dieser Phalanx aufstrebendes Drehkreuz das Wasser ab (also den deutschen Drehkreuzen, in deren Umfeld die Industrie/Wirtschaft angesiedelt ist und weshalb sie auch entstanden sind), dann wird sich mindestens der Bundesverkehrsminister wie bisher dafür einsetzen, die bestehenden deutschen Drehkreuze zu erhalten, zu schützen. Dessen mehrfache Verlautbarungen sollten nicht vergessen werden: Das 3. Drehkreuz in Berlin schwächt den deutschen Luftverkehrsstandort (ich berichtete mehrfach darüber).
Jedenfalls wird die Finanzaufsicht BaFin diesen Deal nun untersuchen. “Wir schauen uns das an”, sagte eine Sprecherin der Bonner Behörde. Für eine formelle Prüfung sei es zu früh. Insidern zufolge geht es unter anderem um die Frage, ob die Araber mit einem Dementi vor zwei Wochen die Kapitalmärkte in die Irre geführt haben könnten. Ein Etihad-Sprecher hatte damals einen Medienbericht über einen kurz bevorstehenden Einstieg per Email kommentiert: “Der ganze Bericht ist fehlerhaft.” Hier der Link!
Im Extremfall werden die Geberländer ihre Zahlungen für Berlin umgehend oder sukzessiv einstellen, sollte dieser Deal zu Lasten von Fraport und München ausgehen. Hinter verschlossenen Türen wird schon lange erwogen nicht mehr für den in der ständig “wachsenden” Schuldenmetropole Berlin veranstalteten Unsinn aufzukommen, weil der Frust darüber immer höher kocht und das Fass damit zum Überlaufen bringen würde. Erst recht dann, wenn es nichts mehr zu verteilen gibt. Und vergessen wir auch nicht: Berlin ist schon lange Pleite und das Ausscheren der 3 Geberländer wäre für Berlin eine sofortige Katastrophe!
Die Verlustkonstellation von Air Berlin und Etihad wird dann auch desaströs enden, wenn es durch die Krise des Luftverkehrsmarktes plötzlich auch nichts mehr zu verteilen gibt und es nur noch um das Überleben der einzelnen Airlines geht. Dann gilt nämlich das Motto, dass auf den dramatisch schrumpfenden Märkten nur noch jeder für sich allein fliegt. Die Zeit der wachsenden und weitverzweigten Netzwerke wäre/ist dann vorbei. Dass dieses Szenario Realität wird, liegt AUCH an der durch die EZB-Notenpresse angeheizten Inflation. Ohne die angeworfenen Notenpressen gäbe es andererseits ein existentielles Liquiditätsproblem für den EURO, wodurch er sonst schon längst gecrasht wäre. Das ist die Zwickmühle, in der sich der dem Untergang geweihte EURO befindet. Und deshalb diese unendlich vielen Krisengipfel, die letztendlich alle erfolglos bleiben werden und zum Scheitern verurteilt sind, weil der EURO zumindest aus 2 Gründen eine historisch gigantische Fehlkonstruktion war! Erstens ist der Euroraum kein Nationalstaat und die unterschiedlichen Nationalstaaten sind im wirtschaftlichen Entwicklungsgefälle extrem unterschiedlich. Darüber hinaus wurden und werden alle denkbaren und undenkbaren Regelbrechungen durchgezogen. Offen und verdeckt…..Übrigens trifft das Gleiche auch für die BBI-Konstruktion zu, der weder rentabel arbeiten wird noch privatisierbar ist (siehe dazu unten).
Ein weiteres Szenario ist als Horrorvision für die deutsche Luftverkehrswirtschaft nicht auszuschließen und kann darin bestehen, dass die arabischen Airlines/Megaairports die deutschen Drehkreuze empfindlich aufmischen:
„Die Herrscher der Miniwüstenstaaten wollen ihre Unabhängigkeit vom Öl verringern und investieren daher kräftig in die Luftfahrt. Ihr Kalkül: Sie wollen ihre Emirate zu internationalen Drehkreuzen ausbauen und die Passagierströme aus Europa weglocken. So entsteht in Dubai aktuell ein Megaflughafen der 150 Millionen Passagiere abfertigen können soll – das sind doppelt so viele, wie jährlich in Europas größten Flughafen, London-Heathrow, starten und landen. Auch Etihad investiert nur 80 Kilometer von Dubai entfernt in einen neuen Flughafen, der immerhin 40 Millionen Fluggäste fassen soll. Der Vorteil der neuen Airports: Es gibt dort weniger Gesetzesvorgaben, Abgaben, wie Personalkosten, sind geringer“. (Hier der Link zum FTD-Artikel)
Zumindest werden sie es versuchen und die deutsche Politik wird auch versuchen, den deutschen Luftverkehrsmarkt vor diesem Exodus abzuschotten. Aber machen wir uns nichts vor: So bedrohlich das auch für Deutschland klingen mag, es ist auch nur alles Spekulation, weil die größte Spekulation – der EURO – zum Scheitern verurteilt ist.
Läuft jedoch alles zunächst so weiter wie bisher, wird es künftig auch so sein, dass die großen internationalen Fluglinien weiter auf Frankfurt setzen und um das arme, deindustriealisierte Berlin einen großen Bogen machen!(Hier der Link zum Spiegelartikel)
Bei dieser komplexen Betrachtung mit derartig vielen Unwägbarkeiten wird jedoch eins klar: Die fetten Jahren sind endgültig vorbei und auch der BBI-Crash würde kommen, wenn er am 3.06.2012 eröffnet! Letztendlich stellt der BBI eine zum EURO wenn auch abstrakte Analogie dar: Er ist auch eine Fehlkonstruktion, weil nicht nur ein extrem starkes Gefälle zwischen Billig- und Nichtbilligairlines existiert, sondern die auf diesem Groß- und Luxusflughafen völlig deplatzierten Billigairlines dort auch noch dominieren würden, während Langstreckenflüge eher Seltenheitswert auf dem damit viel zu teuren Großflughafen (am falschen, nach allen Regeln der Kunst durchgetricksten Standort) haben werden!
Demnächst folgt Teil 3, der sich mit den künftigen Verlusten auf dem BBI befasst!
Comment » | Allgemein, BBI/Flugverkehr (Allgemeines), Trotz FBS-Märchen kommt auch der BBI-Crash!