Archive for November 2011


Die Website des BVBB wurde durch Hacker zerstört! Und American Airlines ist nun pleite!

November 29th, 2011 — 3:11pm

Die  Website des BVBB wurde zerstört. “Offenbar möchte man die Spendenflut zur Unterstützung des BVBB bei seiner Klage vor dem BVerfG boykottieren. Bitte spenden Sie auf das Spenden- und Beitragskonto des BVBB: Berliner Volksbank*BLZ: 100 900 00*Konto-Nr: 7188733012″ (Zitat BVBB)

Durch derartige Aktionen dürfte das Spendenaufkommen nur noch schneller steigen:

Hier der Link zum Spenden!

 

Und hier noch eine brandneue Nachricht! American Airline aus dem Oneworld-Bündnis ist nun pleite!

“Der drittgrößten US-Fluggesellschaft ist das Geld ausgegangen: American Airlines hat zusammen mit dem Mutterkonzern AMR Corp. Insolvenz beantragt. Die Kunden sollen davon zunächst nicht betroffen sein”

Hier der Link!

Das war zu erwarten gewesen (ich berichtete mehrfach darüber). Sie fliegt zwar vorerst weiter, aber verschwindet nun diese amerikanische Airlines auch von der Bildfläche?

Vielleicht wäre das etwas für Air Berlin zur Übernahme, denn Wachstum ist doch alles und alles andere nichts! Ach so, Air Berlin ist ja nun auch pleite und sucht einen Käufer….

Der Luftverkehrsbranche  reagiert über die Veränderung der  Kerosinkosten, die zahlungsfähige Nachfrage der Kunden und über Währungsschwankungen extrem sensibel. Derartige Pleite sind die Vorboten nicht nur der Grenzen des Wachstum, sondern des bevorstehenden Crashs in der globalen Wirtschaft.

 

 

1 comment » | Allgemein, BBI/Flugverkehr (Allgemeines)

Die Researchnetwork Airport Cities der IVG hat eine aufschlussreiche Studie erarbeitet!

November 24th, 2011 — 7:30am

Hier der Link zur IVG-Studie! (IVG wollte damals mit Hochtief ursprünglich in den BBI einsteigen…….)

Diese Studie ist an dieser Stelle deshalb so aufschlussreich, weil aus einer ganz anderen Perspektive sehr deutlich wird, dass Berlin bei dieser Bewertung nicht so besonders gut abschneidet: Das ist auf diesem Blog nichts neues, aber es ist ein anderer Zugang für die Bestätigung der Aussagen auf diesem Blog! Aber zur Studie:

Bei der Systematisierung der deutschen Flughafenlandschaft wird der künftige BER als Sekundärflughafen eingeordnet:

“Der neue Hauptstadtflughafen Berlin Branden- burg (BER), der im Juni 2012 eröffnet, wird die Kriterien eines Sekundärflughafens erfüllen. Im Gegensatz zu den höher klassifizierten Airports weisen diese keine Drehkreuzfunktion auf, sie be- sitzen jedoch auch ein attraktives Einzugsgebiet. Ein weiteres wichtiges Merkmal ist die gute Anbindung an den europäischen Linienverkehr. Direktverbindungen im Interkontinentalverkehr oder zu anderen nationalen Sekundärflughäfen bestehen nur sehr wenige, meistens fungieren sie als Brücken/Zubringer zu größeren Hub-Flughäfen. Daher werden sie von Linienfluggesellschaften und Low-Cost-Carriern (LCC) in gleichem Maße geschätzt. Als weitere Sekundärflughäfen neben Berlin-Brandenburg gelten die Flughäfen Düssel-dorf, Hamburg, Köln/Bonn und Stuttgart (von Hirschhausen u. a., 2003)”. (Seite 1)

Also eine Einstufung, die den Bau dieser sündhaft  teuren und überflüssigen (Süddeutsche Zeitung) Verlärmungsmaschine  in und über dieser dicht besiedelten Region nicht einmal ansatzweise rechtfertigt. Aber überspringen wir die Einordnung der Tertiärflughäfen in dieser Systematik und wenden wir uns als nächstes der Definition von Quartärflughäfen zu:

“Als Quartärflughäfen werden vor allem ehemals militärisch genutzte Flughäfen sowie kleinere Regionalflughäfen bezeichnet. Sie werden hauptsächlich von Low-Cost-Carriern bedient, woraus sich eine starke Abhängigkeit vom LCC-Geschäft und den involvierten LCC-Carriern resultiert. Die Flughäfen Frankfurt-Hahn, Niederrhein, Lübeck, Karlsruhe, Zweibrücken sowie Rostock-Laage zählen z. B. zu den Quartärflughäfen .” (Seite 1)

Aha, was ist dann der BER, wenn in Berlin jetzt schon weit über 50 % an Billigfliegern herumfliegen und die Lufthansa nun dort auch noch eine Billigfliegerplattform installieren will, um den Billigflieger Air Berlin (Air Berlin ist ein tief  in den roten Zahlen fliegender Hybrid, also nicht nur Billgiflieger), nicht konkurrenzlos das BER-Feld zu überlassen? Kundenseitig etwa ein Quartärflughafen?! Auch umsatzseitig ist das Berliner Fluggeschäft z.B. mit dem quartären Flughafen Hahn zu vergleichen. Wie in meinem Buch und auf diesem Blog mehrfach hervorgehoben, haben beide einen Umsatz pro Passgier in Höhe von nur ca. 11 Euro. Bei diesem gemeinsamen Merkmal ist es dann auch schon “fast egal”, dass Berlin- Schönefeld mit über 44 % Passagierwachstum seit 2005 das höchste Wachstum in Deutschland dank massiver Subventionen aufweist: gefolgt von Tegel mit 30 %! Falsch: nicht “fast egal”! Denn je mehr von diesen “defizitären” Passagieren befördert werden, umso größer dann die Verluste beim künftigen BER-Betrieb! Bereits jetzt gleichen sich auch hier die FBS und der Flughafen Hahn: Der Flughafen Hahn fliegt dauerhaft in den roten Zahlen und die FBS würde es ohne Subventionen auch tun oder bereits Pleite sein.

Bezogen auf die Luftfracht sieht es bei den beiden Berliner Flughäfen entgegen aller Erwartungen wieder etwas anders aus: Tegel hat seit 2005 ein Wachstum um 44 % zu verzeichnen, während Schönefeld bei der Fracht um 35 % schrumpfte!!! D.h. auf dem Flughafen Schönefeld, wo es KEIN Nachtflugverbot gibt ist die Fracht in diesem beeindruckenden Ausmaße extrem geschrumpft. Ja, ja, die Fracht braucht die Nacht: heute schon gelacht!? Oder wird der Nachtflug, der ohnehin sehr kostenintensiv ist, gar nicht gebraucht. Denn für relativ wenige Nachtflüge muss immer ein großer Teil der  Flughafeninfrastruktur vorgehalten werden. Egal, was in Berlin wo wächst oder schrumpft: Die Berliner Fracht ist insgesamt auf einem lächerlich geringen Niveau und stagniert im Prinzip seit 1990 auf diesem Niveau. In Berlin ist bei der Fracht seit 20 Jahren Eiszeit angesagt. Das spricht natürlich Bände. Und daran wird sich auch nicht mehr viel ändern, ausser dass es noch weiter abwärts geht. Interessant ist auch, dass dagegen die Fracht in Leipzig-Halle um 5044 % nach oben explodiert ist. Naja, die hiesigen unfähigen Deppenstandortpolitiker haben sich eben jahrzehntelang mit Vehemenz an den falschen Standort geklammert: sonst wäre DHL in Sperenberg und nicht in Leipzig gelandet! Dafür wird jetzt rumgejammert oder gedroht, weil sich die Lufthansa nicht mit einem Drehkreuz auf dem neuen “Superflughafen” engagieren will.

Interessant ist auch das Thema Subventionen in der Studie, wonach in den Flughafen Schönefeld  hohe Subventionen geflossen sind (Hierzu die Graphik auf Seite 4). Insgesamt wird zu den Subventionen in Deutschland folgendes festgestellt:

“So fallen bei Großflughäfen 0,50 Euro pro Passagier an Subventionen an, bei kleinen Flughäfen liegt der Betrag bei etwa 9,20 Euro“.(siehe Seite 3 und Hervorhebung von F.W.)

Die äußerst interessante Frage ist hierbei allerdings, was dann bei dem BBI an Subventionen investiv geflossen ist und dann in den BER-Betrieb reingepumpt werden müsste, damit er nicht abnippelt, der

- zwar betonseitig ein Primärflughafen sein könnte (er soll ja nach FBS-Chef Schwarz kurzfristig bedeutende europäische Hubs ablösen),

- passagierseitig ein Sekundärflughafen ist,

- aber mit seiner Billigfliegerdominanz umsatzseitig und betriebswirtschaftlich mit einem Quartärflughafen vergleichbar ist (also um 3 bis 2 Stufen niedriger liegt).

Wie in meinem Buch und Blog geschrieben, liegt der Berliner Umsatz je Passagier bei 11 Euro. Jedoch müsste der Umsatz entschieden höher sein, um nicht Verluste auf dem BBI einzufliegen:

Zitat aus meinem Buch auf Seite 104:

Das heißt bis zur Eröffnung des BBI (damals im Jahr 2009 innerhalb von 3 Jahren)  ”müsste sich der Umsatz pro Passagier in Berlin mindestens verdoppelt oder zumindest auf 20 Euro pro Passagier katapultiert werden!”

Also er müsste von gegenwärtig 11 Euro um mindestens 9 Euro wachsen (siehe hierzu die obigen 9,20 Euro), was dem Minimum seines rechtswidrigen Subventionsbedarfes entsprechen dürfte, wenn das nicht gelingt. Und das ist die betriebswirtschaftliche Katastrophe des BER! Letztendlich nur  um den Nachweis dieses Faktums habe ich das Buch “BBI – ein neuer Berliner Bankenskandal?” geschrieben. Der neue Bankenskandal besteht eben darin, dass dieser hochspekulative Flughafen sündhaft teuer über Banken kreditfinanziert ist und der betriebswirtschaftlich quartäre BER durch seinen dominierenden Billigflugbetrieb niemals diesen gigantischen Schuldendienst leisten können wird. Vor Eröffnung des BER wurde für die Low Cost Carrier geflogen, nach Eröffnung des BER für die Banken. Das dumme dabei ist, dass man die BilligfliegerDominanz nun nicht los wird. Aber subventionierbar ist der BBI als Flughafen der Kategorie A nach EU-Wettbewerbsrecht auch nicht……Also dieser teure Luxuskropf ist nicht nur überflüssig, sondern er wird nie aus eigener Kraft flüssig, liquid sein können. Und in jedem Fall für den Steuerzahler sehr, sehr teuer werden.

2 comments » | Auf der Suche nach BBI-Kunden, Trotz FBS-Märchen kommt auch der BBI-Crash!

Das kann Ihnen in einer Billigmühle passieren! Erpressung an Bord!

November 18th, 2011 — 8:16am

Man muss ja nicht immer über die in die roten Zahlen expandierende Air Berlin berichten, die nun voll und ganz auf den dann bald defizitären BER setzt. Oder über Ryanair, die Bordtoiletten ausbauen will, um ihre Transportleistung von und zu den für sie subventionierten Flughäfen noch mehr steigern zu können! Es gibt noch ganz andere Ereignisse, die schon unglaublich und skurril sind, wie dieses Beispiel zeigt:

Abschnallen, bitte, und zum Geldautomaten! Bei einem Zwischenstopp in Wien befahl die Crew einer Comtel-Air-Maschine den Passagieren plötzlich, 20.000 Pfund zusammenzukratzen. Grund für die Bettelaktion: Das nötige Benzingeld fehlte.

Wien – Es sollte nur ein kurzer Zwischenstopp zum Tanken sein, doch dann fehlte der Airline das Spritgeld: Auf dem Flug vom indischen Amritsar nach Birmingham sind Passagiere einer österreichischen Fluggesellschaft von den Piloten gezwungen worden, insgesamt 20.000 Pfund (23.400 Euro) Benzingeld für den Heimflug zu zahlen. Sie seien von der Crew bei einem Zwischenstopp in Wien sechs Stunden lang an Bord festgehalten und regelrecht erpresst worden – dies berichteten die betroffenen Comtel-Air-Kunden britischen Medien.”

Hier der Link

 

 

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Kommunen und kommunale Betriebe haben sich mit Zinsswaps ruiniert: Und die hat die FBS auch!

November 15th, 2011 — 3:09pm

“Zinsswaps haben viele Städte ruiniert. Nun steht der erste Kämmerer unter Untreueverdacht. Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Finanzbürgermeister von Riesa”.Hier der Link!

Was ist da in Riesa passiert?

“Bei den fraglichen Derivategeschäften, auch Swaps genannt, handelt es sich um Verträge mit Banken, bei denen die Kommune je nach künftiger Zinsentwicklung Zahlungen erhält oder leisten muss. Bei einer ungünstigen Marktentwicklung können die Verluste je nach Swap-Konstruktion rasch anwachsen und theoretisch unendlich groß werden…..

M. hatte noch im Sommer argumentiert, die Gemeinde habe mit seinen Derivategeschäften mehr als fünf Mio. Euro an Zinsausgaben eingespart. In den Augen seiner Kritiker ist dies allerdings allenfalls die halbe Wahrheit. Denn den bisher erhaltenen Zahlungen stehen Risiken für die Zukunft gegenüber. So betrug der aktuelle Marktwert der laufenden Swap-Verträge Ende September minus 16,5 Mio. Euro. Diesen Betrag müsste die Stadt draufzahlen, wenn sie alle Verträge sofort beenden wollte.

Innenministerium geht von Verlusten bis zu 32 Millionen Euro aus”!

Soweit das Zitat. Hier noch ein Link dazu! Und ein Artikel vom Handelsblatt:

Und was hat das Ganze mit der FBS bzw. mit dem BBI  zu tun. Die FBS hat seit 2006 auch derartige derivative Finanzinstrumente als Zinsswaps: nämlich 3 Stück davon!

Im Geschäftsbericht der FBS des Jahres 2010 wird es dahingehend auf Seite 59 sehr interessant:

Die FBS hatte zum 31.12.2010 ihre 3 Zinsswaps bzw. derivative Finanzinstrumente zu einem Nominalwert in Höhe von 1.119.900,1 TEUR bilanziert. D.h. in Höhe von über eine 1 Mrd. €. Deren Marktwert lag am 31.12.2010 bei -106.320,5 TEUR. Hier ein Zitat  dazu:

“Die Ermittlung des Marktwertes der Swaps erfolgte mit Hilfe der Discounted Cash-Flow-Bewertung. Dabei wurde die zukünftigen Zinszahlungen mit der Zinsstrukturkurve vom 31.12.2010 diskontiert. Der Barwert dieser Zahlungen stellt den Wert der Swaps dar. Bei den drei Swaps handelt es sich um “Rollercoaster-Swaps”. Die ausstehenden Bezugsbeträge der Swaps lagen zum Bewertungsstichtag insgesamt bei TEUR -106.320,5. Der negative Barwert wird besichert durch Avale der Investitionsbank des Landes Brandenburg in Höhe von TEUR 160.320,5 und stellt eine Kreditziehung unter der Langfristfinanzierung dar.” (siehe Seite 59).

Hier der Link auf Seite 59

Noch einmal ein Satz von oben: “Bei einer ungünstigen Marktentwicklung können die Verluste je nach Swap-Konstruktion rasch anwachsen und theoretisch unendlich groß werden”.

Und die Marktentwicklung wird sich aus verschiedenen Gründen zwangsläufig sehr negativ entwickeln, was ich schon öfters auf diesem Blog ausführte. Hier kann man also sehr gespannt sein, auf was sich da die FBS mit ihrem hochspekulativen BBI eingelassen hat. Und viele ihrer  hochkomplexen Finanzprodukte verstehen oftmals nicht mal die Banken/die Banker selbst, die sie erfinden: geschweige ihre Kunden, deren Opfer sie oftmals werden. Aber  zum Glück hat ja diese FBS GmbH dann immer noch das Land mit seiner staatlichen Investitionsbank. Und das Land  hat dann zum Glück immer noch den Steuerzahler, der dann für alles aufkommen muss falls irgendetwas wieder schief läuft. Bei diesem Projekt ist schon so viel schief gelaufen, dass man wie gesagt sehr gespannt sein kann was da noch alles und als nächstes schief laufen wird…….

Wie nannte der Investor-Guru Warren Buffett einmal Derivate: Derivate sind finanzielle Massenvernichtungswaffen!

 

 

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FBS unterstellt den Bürgern „dümmliche Unterstellung” und serviert sie mit “dummes Geschwätz” ab!

November 11th, 2011 — 6:28am

Obige Phrasen bzw. diese offensichtlichen Verunglimpfungen sind aus dem Tagesspiegelartikel zum Thema “Ausgabenstopp zum neuen Flughafen” vom 10.11.2011 (siehe unten nach dem ersten Artikel)!

Nehmen wir doch einmal an, dieser FBS-Kunkel hat recht und der BVBB unrecht: Auch wenn die FBS keinen Ausgabestopp  für den Lärmschutz verhängen sollte, wird mit der immer noch für den 3.06.2012 angekündigten Eröffnung des BER der den Bürgern zustehende Schallschutz niemals flächendeckend bzw. nur zu einem Bruchteil umgesetzt sein (z.Zt. ist noch nicht einmal 10 % davon realisiert worden). Die FBS braucht den Ausgabestopp also gar nicht zu verhängen, denn das ist ja seit einiger Zeit gängige Praxis. Das “dumme Geschwätz” des FBS-Sprechers Kunkel, der dafür auch noch bezahlt wird, soll wohl eher davon ablenken, dass die grundgesetzwidrigen FBS-Enteigner schon immer wussten, dass sie umfängliche Schallschutzmaßnahmen zur BBI-Eröffnung umsetzen müssen, es aber einfach nicht tun: Offensichtlich ist denen das Geld schon lange ausgegangen bzw. gibt es gefährliche Engpässe für Bau und Finanzierung des Luxusflughafens: Und deshalb wurden/werden die Lärmschutzmaßnahmen gestreckt und zusammengestrichen. Und was ist wieder die Ursache dieser Ursache? Die sogenannte politische “Elite”, die uns regiert, hat die Durchhalteparole ausgegeben, dass der BBI um jeden Preis, auch bei Opferung der dann schutzlosen Bevölkerung, zu diesem Termin eröffnen soll. Da wird also alles reingebuttert, um den Eröffnungstermin zu halten: Mit Ausnahme z.B. diverser Dienstreisen vor das Bundesverwaltungsgericht nach Leipzig, die dann aus anderen Gründen doch nicht stattgefunden haben.

Würde der sogenannte Berlinversteher und FBS-Aufsichtsratsvorsitzende Wowereit diesen Termin wieder verreißen, müsste er wohl seinen Hut nehmen oder sich sehr unangenehme Fragen stellen lassen müssen: Wenn also das Ding, dass er zu seiner Chefsache erklärt hat, wieder nicht eröffnet wird! Die SPD, die als ehemalige Volkspartei nun für Infrastrukturprojekte steht, erklärt konsequent die Belange der Bürger nicht zur Chefsache.

Das Ganze Spiel ist nur ein Vorgeschmack auf das, was dann passiert, wenn dieses Betonmonstrum tatsächlich in Betrieb gehen würde. Nur dann wird es heißen: Haushaltssperre für ganz Berlin und Brandenburg, denn da steht dann die viel zu teure, kreditfinanzierte, hochspekulative und überflüssige Infrastruktur, die sich keinesfalls rentierlich betreiben lässt. Und diese Inbetriebnahme bringt die Süddeutsche Zeitung vom 10.11.2011 auf den Punkt (ganzer Artikel wenige Zeilen tiefer):

“In Wahrheit ist der neue Großflughafen in Berlin-Schönefeld mit dem schönen Namen ‘Willy Brandt’, der 2012 eröffnet werden soll, überflüssig”.

Das ist die Wahrheit: Investition in etwas Überflüssiges und was sich diese wirtschaftlich sehr schwache Region niemals leisten kann. Und dann auch noch an einem Deppenstandort, den man sich nur im Vollrausch bei einer Nacht- und Nebelaktion aussuchen konnte. Das Ganze ist also völlig überflüssig wie ein Kropf: dafür ist es aber wenigstens ein Luxuskropf! Aber das dürfen die hiesigen Systemschreiberlinge in ihrer Hofberichterstattung natürlich niemals erwähnen: Das würde sofort den Job kosten und ein Parteiverfahren nach sich ziehen. Insofern ist dieses ganze geMAZze und geMOZe infolge der medialen Verblödung nach nur 20 Jahren Mauerfall bis auf ganz wenige Ausnahmen unerträglich geworden.

Vergessen Sie also die Artikel der Regionalpresse der sogenannten, aber ansonsten bankrotten  Hauptstadtregion. Das Engagement der Lufthansa mit einer Billigfliegerplattform  wird hier nur installiert,  um der  angeschlagenen Air Berlin mit ihrem Billigfliegergeschäft in Berlin nicht ganz das Feld zu überlassen. Also eine ähnliche  Phalanx wie in Düsseldorf: Aber dort geht es dabei nicht um Billigfliegerei (die haben auf diesem Flughafen davon nur gute 20 % im Segment). Denn auf diesem Flughafen wird tatsächlich Geld verdient und nicht verbrannt wie hier. Allerdings läuft Air Berlin ernsthaft in Gefahr durch diesen weiteren BER-Expansionskurs eine echte Bruchlandung hinzulegen. Naja, der Stratege Mehdorn wird es schon mit dem richtigen Niki-Lauder-Tempo richten. Denn der ist ja nun auch bei Air Berlin an Bord.

 

Süddeutsche Zeitung

Zwischen den Zahlen. Flug ins Nichts
10.11.2011 06:50
In Wahrheit ist der neue Großflughafen in Berlin-Schönefeld mit dem schönen Namen ‘Willy Brandt’, der 2012 eröffnet werden soll, überflüssig. In Deutschland gibt es bereits zwei erfolgreiche internationale Großflughäfen, in Frankfurt und in München, dazu noch Düsseldorf. Ein weiterer großer Airport ist kaum notwendig. Um einen solchen erfolgreich betreiben zu können, ist ohnehin zum einen ein großes Volumen von Umsteigepassagieren notwendig, solche also, die nur das Flugzeug wechseln. Zum anderen müssen aus dem Umland genügend Passagiere abfliegen. Beides ist in Berlin mit seinem sehr strukturschwachen Umland auch auf absehbare Zeit nicht zu erwarten.
Umso erstaunlicher scheint es, dass gerade Lufthansa nun das Angebot in Berlin massiv ausweiten will. Denn der deutsche Marktführer verdient vor allem mit Geschäftsreisenden und mit Interkontinentalflügen, besonders nach Asien. Bei beidem sieht es in Berlin ziemlich mau aus: hier liegt der Schwerpunkt auf Touristen und auf europäischen Zielen. Lufthansa hat sich in Berlin schon immer schwer getan, auch aus historischen Gründen: bis 1990 durfte die deutsche Airline Berlin gar nicht anfliegen. Ob jetzt gerade mit Billigangeboten der Durchbruch gelingt, darf bezweifelt werden. Viel wichtiger ist den Lufthansa-Strategen wohl ein anderer Punkt: Dem angeschlagenen Konkurrenten Air Berlin soll in der Hauptstadt nicht das Feld überlassen werden.

Tagesspiegel
10.11.2011
Von Klaus Kurpjuweit
Ausgabenstopp am neuen Flughafen
Planung um 53 Millionen Euro überschritten Investitionen ab 2012 werden gekürzt
Knapp sieben Monate vor der Eröffnung des neuen Flughafens BER in Schönefeld hat die Flughafengesellschaft bei den Investitionen teilweise einen Ausgabenstopp verhängt. Ab sofort solle auf alle Maßnahmen verzichtet werden, deren Streichen die Inbetriebnahme am 3. Juni 2012 nicht verhindere, heißt es in einem internen Schreiben. Flughafensprecher Ralf Kunkel erklärte dazu, interne Angelegenheiten kommentiere er nicht.
Angespannt ist die Lage bei den betrieblichen Investitionen sowie den Investitionen der „Weiteren Bereiche“, wie aus dem Schreiben hervorgeht. Für die Jahre 2012 und 2013 sieht der Wirtschaftsplan Ausgaben in Höhe von zusammen 15 Millionen Euro für diese Bereiche vor.
Angemeldet worden sind jedoch Projekte für rund 68 Millionen Euro, also 53 Millionen Euro zu viel.
Da auch durch den Verzicht auf alle nicht eröffnungsrelevanten Maßnahmen das 15-Millionen-Euro-Ziel wahrscheinlich nicht erreicht werde, sollen auch die nicht investiven Projekte umgehend auf den Prüfstand. Dazu gehörten auch bereits laufende Maßnahmen. Um dies sicherzustellen, wurde ein Ausgabenstopp verhängt. Ausgaben über 50 000 Euro müssen von der Geschäftsführung freigegeben werden, bei Ausgaben über 10 000 Euro reicht die Zustimmung durch untergeordnete Stellen.
Da Kunkel keine Stellungnahme abgab, bleibt offen, wo jetzt gespart wird und wie sich dies auswirken wird. Der Bürgerverein Brandenburg-Berlin (BVBB), der sich nach wie vor gegen den Standort Schönefeld für den neuen Flughafen wehrt, befürchtet, dass es auch kein Geld mehr für den Schallschutz geben könnte. Dies bezeichnete Kunkel als „dümmliche Unterstellung“. 140 Millionen Euro sind im Schallschutzprogramm vorgesehen, erst ein Teil davon ist ausgegeben. Anspruchsberechtigt sind bisher 42 000 Anwohner in 25 500 Wohneinheiten.
Auch beim so genannten Business-Plan, auf dem die Finanzierung des Flughafenausbaus beruht, gibt es bisher für das Jahr 2012 einen Fehlbetrag in Höhe von rund 13 Millionen Euro. Hier sei man aber zuversichtlich, die Vorgabe „mit angemessenen Anstrengungen“ erreichen zu können, heißt es in dem Schreiben weiter. Für 2013 habe man das Ziel planerisch sogar schon erreicht.
Die Behauptung des BVBB, eine „nun beschleunigte Bautätigkeit am BER mit zusätzlicher Nachtarbeit kostet anscheinend richtig viel Geld“, bezeichnete Kunkel als „dummes Geschwätz.“ Nach wie vor sei man im Zeitplan und arbeite deshalb normal. Klaus Kurpjuweit

BILD:
Ausgabenstopp in Schönefeld
Donnerstag, 10. November 2011, 08:59 Uhr
Berlin (dpa/bb) – Für den Bau des Hauptstadtflughafens in Schönefeld hat die Flughafengesellschaft laut «Tagesspiegel» einen teilweisen Ausgabenstopp beschlossen. Ab sofort solle auf alle Maßnahmen verzichtet werden, deren Streichen die geplante Inbetriebnahme am 3. Juni nicht verhindere, heißt es im Bericht der Zeitung am Donnerstag. Ausgaben über 50 000 Euro müssten von der Geschäftsführung gebilligt werden. Die Flughafengesellschaft wollte sich dem Bericht zufolge nicht zum Ausgabenstopp äußern. Interne Angelegenheiten würden nicht kommentiert, wird Flughafensprecher Ralf Kunkel zitiert.

Die Welt
09:17|
Ausgabenstopp in Schönefeld
Berlin (dpa/bb) – Für den Bau des Hauptstadtflughafens in Schönefeld hat die Flughafengesellschaft laut «Tagesspiegel» einen teilweisen Ausgabenstopp beschlossen. Ab sofort solle auf alle Maßnahmen verzichtet werden, deren Streichen die geplante Inbetriebnahme am 3. Juni nicht verhindere, heißt es im Bericht der Zeitung am Donnerstag. Ausgaben über 50 000 Euro müssten von der Geschäftsführung gebilligt werden. Die Flughafengesellschaft wollte sich dem Bericht zufolge nicht zum Ausgabenstopp äußern. Interne Angelegenheiten würden nicht kommentiert, wird Flughafensprecher Ralf Kunkel zitiert.
Der Flughafen ist das größte Verkehrsprojekt im Osten. 2,5 Milliarden Euro werden im brandenburgischen Schönefeld – direkt an der Berliner Stadtgrenze – verbaut..

 

4 comments » | Auf der Suche nach BBI-Kunden, BBI-Baustopp sofort

Soll Air Berlin den BER retten oder umgekehrt: Oder gehen beide unter?

November 6th, 2011 — 4:29pm

Der hochspekulative UND kreditfinanzierte BER soll nun Air Berlin retten?

Hier der Link

Oder vielleicht umgekehrt Air Berlin den BER? Oder wollen sie sich gegenseitig retten?

Wie auch immer, die Rechnung wird so nicht aufgehen! Fakt ist, dass Lufthansa ihr eigenes Personal auf dem BER nicht einsetzen kann/will damit für Lufthansa da noch etwas hängen bleibt. Deshalb sollen Billigarbeitskräfte als Leihpersonal für die tolle Jobmaschine angeheuert werden, um Verluste zu vermeiden (siehe dazu Artikel unten).

Das Gleiche gilt für das technische Servicepersonal, welches nicht nur von Berlin- Nord (Tegel) nach Berlin-Süd (zur sogenannten Jobmaschine nach Schönefeld) umzieht, sondern auch noch das Tarifgebiet von Berlin-West nach Berlin-Ost wechseln muss und dadurch erhebliche Lohneinbußen in Höhe eines Gehalts pro Jahr hinnehmen würde.

Damit sich der ganze Flugbetrieb auf dem viel zu teuren Billiglohn- und Billigfliegergroßflughafen in dem Beton- und Glasgehäuse eines Luxusflughafens überhaupt noch rentiert muss also das Personal in der Luft und am Boden massiv ausgepresst werden bis der Beton bröckelt. Sonst rechnet sich das Ganze nicht. Deshalb werden auch noch hunderttausende BER-Anwohner eiskalt für einen expansiven Nachtflug geopfert, damit die Billigairlines ihre Umläufe optimieren können, während deren Kunden dann  in der Nacht zum BER gekarrt werden müssen.

Die Frage ist also auch, was unter diesen Bedingungen an der FBS und bei Air Berlin überhaupt hängen bleibt, die einerseits Passagierwachstumrekordmeister der deutschen Flughäfen ist (die FBS) und andererseits Air Berlin beim Umsatzswachstum ebenfalls rekordverdächtig zu sein scheint. Die FBS wird dabei dauerhaft subventioniert während Air Berlin den Umsatz in den letzten 5 Jahren zwar mehr als verdoppelte und trotzdem derartige Verluste einflog, dass sie nun über eine Wandelanleihe am Kapitalmarkt zu einem hohen Preis (11,5 % Zinsen) Kapital in Höhe von 100 Mio. € beschaffen  musste und das Eigenkapital wegschmolz wie der Schnee in der Frühlingssonne (ich berichtete bereits dazu).

Will der Mehdorn nun auch an der Sicherheit im Luftverkehr sparen wie bei der DB-AG, die er an die Börse bringen wollte und dabei jämmerlich scheiterte?

Während also Air Berlin teures Kapital aufnehmen muss, um aus ihren tiefroten Zahlen herauszukommen, hat sich die FBS mit üppigen Krediten in Höhe von 2,4 Mrd. € hoffnungslos verschuldet und wird den Schuldendienst für diese Kredite unter diesem Billigfliegersparregime niemals leisten können. Diese blinde Wachstumseuphorie ist jedoch der sichere Untergang des BER. Der unprivatisierbare BBI ist eben am falschen Standort, kam deshalb viel zu spät und ist daher  völlig unwirtschaftlich. Nur eines ist dem BER sicher: die Verlustgarantie!

Und wie schrieb die MAZ am 30.09.2011 im Duktus meines Buches?

“Grünen-Fraktionschef Axel Vogel äußerte Sorge um das finanzielle Risiko für den Landeshaushalt. Für das Flughafenprojekt wird eine Gesamtinvestition von 2,4 Milliarden Euro veranschlagt. Nach seinen Angaben trägt das Land über seine Beteiligung von 37 Prozent am Stammkapital eine Bürgschaft von 888 Millionen Euro. „Wohl und Wehe des Flughafens haben damit unmittelbar auch Auswirkungen auf unseren Landeshaushalt“, sagte er. Vogel kritisierte, dass die Risiken allein dem Steuerzahler aufgehalst wurden, nachdem private Investoren sich an der angeblichen „Goldgrube“ Großflughafen nicht beteiligen wollten. Die absehbaren Einnahmen reichten nicht einmal aus, um die Kredite zu bedienen, sagte er”. (gel/dpa) (Hervorhebung von F.W.)

 

Das passt dann auch sehr gut zu dem folgenden Gleichnis von Schildkröte und Skorpion:

Es gab einmal einen Skorpion, der ein sehr schlechter Schwimmer war. Da fragte er eines Tages eine  Schildkröte, ob sie ihn auf ihrem Rücken über einen Fluss befördern könnte.

“Bist du verrückt?”, rief die Schildkröte, ”Du wirst mich stechen, während ich schwimme und dann werde ich ertrinken.”

“Liebe Schildkröte,” lachte der  Skorpion, ”wenn ich dich stechen würde und du ertrinkst, würde ich auch untergehen. Nun, wo wäre da die Logik?”

“Du hast Recht!”, ließ sich die Schildkröte schnell überzeugen . “Kletter hinauf!”

Der Skorpion kletterte auf die Schildkröte und auf dem halben Weg über den Fluss gab er der Schildkröte tatsächlich den befürchteten tödlichen Stich. Bevor sie auf den Grund des Flusses sanken, fragte die Schildkröte den Skorpion noch völlig verständnislos:

“Warum hast Du das getan? Du sagtest doch, es gäbe keine Logik, wenn du mich stichst?

“Es hat nichts mit der Logik zu tun,” antwortete der panisch ertrinkende Skorpion, ”so ist mein Charakter.”

 

Wachstum um jeden Preis hat auch nichts mit Logik zu tun und hat weder bei Air Berlin noch bei der FBS funktioniert: Die Folgen sind verheerend und der Fluss ist viel zu breit. Wer auch immer wen trägt.

 

30.10.2011 – 10:01 Lufthansa-Kabinenpersonal verweigert Zugeständnisse Berlin - Mit Eröffnung des neuen Airports in Schönefeld will der Lufthansa-Konzern sein Hauptstadt-Angebot vom kommenden Sommer an deutlich ausweiten, wohingegen die Kabinenbeschäftigten Zugeständnisse beim Lohn und der Arbeitszeit machen sollten, dies aber verweigerten. Das berichtet der “Spiegel” in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe. Anders, argumentiert die Unternehmensführung, seien in Berlin angesichts des starken Preisdrucks kaum Gewinne zu erwirtschaften. Nachdem sich Geschäftsleitung und Vertreter der Gewerkschaft UFO allein im September neunmal zu Gesprächen getroffen hatten, schien eine Einigung greifbar nahe. Unter anderem sollten die Bordangestellten auf Überstundenzuschläge und freie Tage verzichten. Doch am 12. Oktober platzte der mühsam ausgehandelte Kompromiss überraschend wegen interner Querelen bei der UFO. Der Lufthansa-Vorstand erwägt nun, Berlin-Reisende künftig während des Flugs nicht mehr von eigenen Mitarbeitern, sondern von angeheuerten Leiharbeitskräften betreuen zu lassen.

© dts Nachrichtenagentur

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