Nun bleibt es weiter interessant in dieser neuen Reihe, wie mühselig im Schweiße ihres Angesichts die FBS Jahr für Jahr ihre Eigenmittel „erwirtschaftet“ hat (siehe Teil 1). Im Teil 1 wurde die Behauptung entkräftet, dass die Erwirtschaftung der Eigenmittel zur BBI-Finanzierung durch eine „systematische Steigerung der Umsätze“ herbeigeführt wurde. Mitnichten, denn es gab im Gegensatz zum Passagierwachstum wieder einmal nur eine fast stagnierende Umsatzsituation.
Auf welche wundersame Art und Weise die Kapitalrücklage ihre fulminante Mehrung erfuhr können wir in den Geschäftsberichten der letzten Jahre nachvollziehen:
2010 „Die Erhöhung der Kapitalrücklage ist auf eine Bareinlage der Gesellschafter
(TEUR 48.000) zurückzuführen.“ Geschäftsbericht 2010 auf Seite 57
2009 „Die Erhöhung der Kapitalrücklage ist auf eine Bareinlage der Gesellschafter
(TEURO 49.000) zurückzuführen.“ Geschäftsbericht 2009 auf Seite 57
2008 „Die Erhöhung der Kapitalrücklage ist zum einen auf eine Bareinlage der Gesellschafter (TEUR 63.215) und zum anderen auf die Umwandlungen der Gesellschafterdarlehen in Eigenkapital (TEUR 224.522) zurückzuführen.“
Geschäftsbericht 2008 auf Seite 37)
2007 „Die Erhöhung der Kapitalrücklage (TEUR 100.082) ist auf eine Bareinlage der Gesellschafter zurückzuführen.“ Geschäftsbericht 2007 auf Seite 43)
2006 „Die Erhöhung der Kapitalrücklage (T€ 102.703) ist auf eine Bareinlage der Gesellschafter zurückzuführen.“ Geschäftsbericht 2006 auf Seite 31)
Vor dem Baubeginn des BBI im Jahre 2006 flossen folgende Steuermittel zur Erhöhung des Eigenkapitals bzw. der Kapitalrücklage:
2005: 67 Mio. EURO (Seite 41 Geschäftsbericht 2005)
2004: 51,780 Mio. EURO zur Tilgung des Baufeld-Ost-Kredits (S. 27 Geschäftsbericht von 2004)
2003: 27,636 Mio. EURO (S.27 Geschäftsbericht von 2003)
2002: 131 Mio. EURO zur Tilgung Baufeldostkredite (S. 37 Geschäftsbericht von 2002)
Was vor dem Beginn der Subventionierung der Billigairlines im Jahr 2002 an Subventionen in die BBF geflossen ist kann in meinem Buch nachvollzogen werden.
Fazit
Die Umsätze des Kerngeschäfts der FBS sind von 2006 mit 222 Mio. EURO im Jahr 2010 auf 247 Mio. EURO gestiegen (Ohne Bauleistungen für den Bahnhof im Auftrag der DB-AG als einmaliger Sondereffekt, der nichts mit dem Betrieb eines Flughafens zu tun hat, ganz abgesehen davon, dass in diesen ICE-Bahnhof nach Aussage des damaligen Bahnchefs Mehdorn gar keine ICE einfahren sollen oder das absoluter logistischer Unsinn durch den dadurch entstehenden Zeitverlust wäre).
Also eine Steigerung der Umsätze um sagenhafte 22 Mio. EURO in 5 Jahren und damit jährlich um nicht einmal 5 Mio. EURO, während pro Jahr 88 Mio. EURO „Eigenmittel“ mit Hilfe der Gesellschafter, also der Steuerzahler, an die FBS geflossen sind.
Also keine stattlichen Eigenmittel durch eine systematische Umsatzsteigerung, sondern staatliche Subventionen, die sich der Staat vom Steuerzahler holt, nachdem die Privatwirtschaft das Geld nicht in eine Investruine versenken und den BBI erst recht weder betreiben noch übernehmen wollte.
Wenn ich mich nicht irre, ist vor diesem Hintergrund die staatliche Dauerpropaganda von den erwirtschafteten Eigenmitteln ein systematischer Betrug? Und wenn das eine systematische Umsatzsteigerung sein soll, dann wissen wir was wir von der so genannten Jobmaschine BBI zu erwarten haben! Aber dazu mehr in der nächsten Fortsetzung zu diesen FBS-Machenschaften.