Archive for Dezember 2010


Die horrend hohe Flughafengebühr der unwirtschaftlichen „Jobmaschine BBI“ ist wohl für alle Airlines inakzeptabel? Deshalb Baustopp sofort!

Dezember 29th, 2010 — 12:05pm


Nicht nur Ryanair klagt über die kommende extrem hohe BBI-Flughafengebühr und dünnt ihren Berliner Flugplan aus sowie operiert nun vom Flughafen Magdeburg- Berlin in Cochstedt. Auch easyJet hat seit 2005 mehrfach und umfassend gedroht, in diesem Fall abzuwandern oder den Flugplan drastisch auszudünnen.

Nun moniert auch die Lufthansa, dass die Flughafengebühr inakzeptabel hoch ist! Und andere Airlines werden auch folgen. Den entsprechenden Artikel über die Lufthansa finden Sie am Ende des Textes.

Nun wird wie bereits im Jahr 2009 in meinem Buch beschrieben, die betriebswirtschaftliche Fehlkonstruktion des BBI allzu offensichtlich. Während der Regierungsflughafen wohl noch weitere Kostensteigerungen und Eröffnungsverschiebungen vor sich hat (nichts Neues in Berlin, sondern die Regel), hat der BBI schon einiges bereits hinter sich. Wer jetzt aber den BBI noch mutwillig weiterbaut bzw. weiterbauen lässt und durch die Unfähigkeit der Gesellschafter und den Aufsichtsrat der FBS noch mehr Kosten verursacht werden, handelt  BEWUSST verantwortungslos und kriminell. Wie soll ein auskömmlicher Flugbetrieb auf dem BBI funktionieren, wenn der Luxusflughafen selbst für die Lufthansa viel zu teurer sein wird. Erst Recht gilt das  für die Billigairlines als  Hauptkunden des BBI! 

Sollten wir noch in einem Rechtsstaat leben müsste das Bundesverwaltungsgericht den Planfeststellungsbeschluss infolge systematischer Manipulation und Betrug für nichtig erklären. Ansonsten gibt es einen derartig massiven Protest, der durch die persönliche Betroffenheit, gezielte Täuschung und massiven Betrug nicht mit Stuttgart 21 vergleichbar sein wird. Falls der BBI tatsächlich irgendwann eröffnen sollte, wird der Exodus der Airlines einsetzen, die Flugpläne ausgedünnt werden und die Anzahl der Passagiere drastisch schrumpfen. Flankiert wird dieser Prozess durch noch ganz andere ökonomische Prozesse, auf die ich hier nicht eingehen möchte. Der Beton-BBI wäre unbezahlbar und müsste schließen, da er auch nicht in seinem Betrieb subventionierbar wäre, wie bisher die Billigairlines, besonders easyJet am Flughafen Schönefeld.

 

Obwohl ich eigentlich einen ganz anderen Text in meinen Blog setzen wollte, verabschiede ich mich mit diesem aktuellen Thema von Ihnen aus dem Jahr 2010 und wünsche Ihnen einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Und bleiben Sie dran, denn hier konnten Sie immer schon lesen was für fast alle Zeitungen tabu war. 


Berliner Morgenpost
Fluggesellschaften
Lufthansa will hohe BBI-Abgaben nicht akzeptieren

Mittwoch, 29. Dezember 2010 03:13  – Von Katrin Schoelkopf
In knapp eineinhalb Jahren soll der neue Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg International (BBI) in Schönefeld eröffnet werden. Doch dem wichtigsten Infrastrukturprojekt der Region bläst derzeit Gegenwind wie selten zuvor entgegen.
Nicht nur die Diskussion über die Flugrouten stellt die Wirtschaftlichkeit des neuen Flughafens in Frage, auch der Streit um marktgerechte Gebühren am neuen Airport kann Auswirkungen auf die Rentabilität und damit auf die Refinanzierung der 2,7 Milliarden Euro-Investition haben.
Denn mitnichten werden die Gebühren, die der Flughafengesellschaft für den BBI vorschweben, von den Airlines akzeptiert. “Unakzeptabel” nennt denn auch der Lufthansa-Vorstandsbevollmächtigte für Berlin und Brandenburg, Thomas Kropp, die Entgelte, die seine Airline pro Passagier zahlen soll. Diese seien deutlich höher als in Tegel und höher als an vergleichbaren Flughäfen. In der Tat werden die Gebühren nach Informationen der Berliner Morgenpost um durchschnittlich 5 Euro pro abfliegenden Passagier erhöht werden. Der Durchschnittserlös pro Fluggast soll bei über 20 aber unter 26 Euro liegen. Das wären um die fünf Euro mehr an Entgelten als derzeit in Tegel durchschnittlich erhoben werden und mindestens 16 mehr als heute in Schönefeld. Kropp wirft der Flughafengesellschaft nicht nur vor, grundsätzlich zu hohe Gebühren zu verlangen, sondern sieht auch eine Ungleichbehandlung bei der Erhebung der Entgelte.
Gebühren zu hoch
“Auch wenn der BBI mal ein Drehkreuz werden soll, können doch nicht bereits bei der BBI-Eröffnung Gebühren verlangt werden, die fast so hoch sind wie an den großen europäischen Drehkreuzen”, klagt Kropp. Mit diesen hohen Gebühren würde der BBI seine Wettbewerbsfähigkeit verlieren und Gefahr laufen, Verkehr zu verlieren. “Das wird manche Airline davon abhalten, ihre Position in Berlin auszubauen.” Auch müssten die versprochenen Synergieeffekte aus der Schließung des Flughafens Tempelhof in moderatere Gebühren einfließen. Barig-Generalsekretär Martin Gaebges kritisiert ebenfalls die Höhe der Entgelte und hofft, dass erst 2012, im Jahr der BBI-Eröffnung, die endgültigen Gebühren feststehen. Die Barig (Board of Airline Representatives in Germany) vertritt die Interessen aller in Deutschland vertretenden Fluggesellschaften. Andere Kritiker fordern, dass die Flughafengesellschaft darauf verzichtet, den Kreditdienst für die BBI-Finanzierung “ehrgeizig schnell” zu bedienen. Damit hätte sie jährlich geringere Belastungen und könnte die Gebühren für die Airlines niedriger gestalten. Airlines würden nicht abwandern. Wermutstropfen für die Flughafengesellschaft: Die Zinsen für die BBI-Finanzierung würden steigen.
Lufthansa-Manager Kropp kritisiert überdies, dass “diejenigen Airlines, die bislang in Schönefeld von Tegel quersubventioniert werden, fair an der Gebührengestaltung beteiligt werden”. Kropp meint damit Billigflieger wie Easyjet. Der Flughafen hat den Vorwurf der Ungleichbehandlung der Airlines stets zurückgewiesen. Auch beim BBI soll für gleiche Leistung immer gleich bezahlt beziehungsweise nur gezahlt werden, was auch genutzt wird. Doch genau das bezweifelt die Lufthansa. Sie sieht wie auch andere Luftverkehrsexperten eine viel zu weite Gebührenspreizung, die sich nicht über die Investitionen für den BBI und die angebotene Leistung rechtfertigen lässt. Denn große Entgelt-Differenzierungen wie zwischen dem Billigflieger-Flughafen Schönefeld und dem teureren Tegel wird es künftig nicht mehr geben können.
Ryanair ausgestiegen
Am BBI spielt sich alles unter einem Dach ab. Alle Airlines, ob Billigflieger oder klassische Fluggesellschaften nutzen dieselben Start- und Landebahnen, dasselbe Vorfeld. Auf dieser Grundlage dürfte die Spreizung nur bei zwei bis drei statt bei zehn Euro liegen – auch das sagen Fachleute. Das wiederum würde die ohnehin schon klagenden Billig-Airlines vertreiben. Der irische Billigflieger Ryanair hat bereits in den vergangenen Wochen angekündigt, ihre innerdeutschen Strecken von Schönefeld nach Hahn, Bremen und Weeze wegen der ab 2011 fälligen Luftverkehrssteuer zu streichen. Auch Easyjet hat die Gebühren für Billigflieger am BBI bereits als “zu hoch” bezeichnet. Wie die Flughafengesellschaft den Konflikt lösen will, ohne die Rentabilität des BBI aufs Spiel zu setzen, bleibt spannend. Zunächst wird erst einmal die umstrittene Gebührenordnung zur Genehmigung eingereicht, dann können die Airlines erneut Stellung nehmen.
Indes hat Lufthansa den Grundstücksvertrag für den Bau eines neuen Wartungshangars am künftigen BBI mit der Flughafengesellschaft besiegelt. Das 18200 Quadratmeter große Grundstück im Westen des BBI nahe Selchow geht im Mai an die Lufthansa-Tochter Lufthansa Technik. Mitte Juli hatte die Kranich-Airline das “Millionen -Investment im zweistelligen Bereich” angekündigt. Mit dem Bau des 6800 Quadratmeter großen Hangars mit drei Stellplätzen für Kurz- und Mittelstrecken-Flugzeuge soll in der zweiten Jahreshälfte des nächsten Jahres begonnen werden.



25 comments » | BBI-Baustopp sofort

Der Rückblick auf den BBI-Ausblick vor 10 Jahren!

Dezember 27th, 2010 — 3:05pm


Vor 10 Jahren erarbeiteten Dr. Uwe Malich und ich als Vorstand der Studiengesellschaft Brandenburg -Berlin für Regionalentwicklung , Verkehr und Umwelt e.V. eine Studie mit dem Titel “Großflughafenprojekt BBI: Vorläufiges Fazit nach 10 Jahren Planung oder Chaos. Recherchen zwischen Euphorie und Katzenjammer”  

Die Studie, die wir im Auftrag des kommunal politischen Forums erstellten, wurde uns regelrecht aus den Händen gerissen. Ebenso war die 2. Auflage, in der Umweltzeitung der GRÜNEN LIGA Berlin “Der Rabe Ralf” erschienen,  in Höhe von 10.000 Exemplaren schnell vergriffen.

Nur allzu genau treffen die damaligen Einschätzungen vor 10 Jahren (10 Jahre nach Beginn der BBI-Planung) 10 Jahre später den Nagel auf den Kopf: 

“Gemeinsames Fazit der verschiedenen Recherchen ist freilich, dass sich das BBI-Projekt in einer Sackgasse befindet, aus der ein Herausfinden auf einen zukunftsfähigen Entwicklungspfad nur schwer möglich zu sein scheint. Nach dem weitgehenden Versagen von (Landes-)Politik und Fachplanung wird der “Schwarze Peter” der Projektentwicklung deshalb demnächst mit hoher Wahrscheinlichkeit der “Dritten Kraft”, der Justiz, zugespielt werden”.(Seite 3)

Vor dem Hintergrund der jetzt einzureichenden und anhängigen Klagen in Folge der offensichtlich  betrügerischen Absichten zur Erschleichung eines Planfeststellungsbeschlusses zum Bau eines völlig unrentablen BBI hier noch ein weiteres Zitat im Resümee dieser damaligen Studie:

“Großflughafenprojekt BBI – Vorläufiges Fazit nach 10 Jahren. Planung oder Chaos? Recherchen zwischen Euphorie und Katzenjammer”. So der Gesamttitel der vorliegenden Untersuchungen. Nach 10 Jahren Vorgeschichte des BBI muß festgestellt werden, dass dessen Planung vor dem Hintergrund des enormen Zeitverlustes und der nach wie vor vielen ungeklärten Probleme durchaus chaotische Formen angenommen hat. Der Euphorie der “Gründerjahre” des BBI wich ein nachhaltiger, national ärgerlicher und international peinlicher Katzenjammer.

Das Motiv für das verkrampfte Festhalten am Projekt um jeden Preis trotz leerer Landeskassen, liegt in der maroden Wirtschaftssituation und -politik der involvierten Länder. Besonders der am Boden liegenden Bauwirtschaft in Brandenburg soll auf diese Weise wieder auf die Sprünge geholfen werden. Die sogenannte Jobmaschine “BBI” soll Zeichen setzten, von der Brandenburger Landesregierung als Leuchtturmpolitik verklausuliert, ohne allerdings zu bemerken, dass eine derartig kostspielige Leuchtturmpolitik sehr schnell zu einer “Rote-Laternen-Wirtschaft” führt. Aus dieser Misere ergeben sich vielfältige Konsequenzen für das Projekt, die im Folgenden zu-sammenfassend dargestellt sind” (S 57):

Über den folgenden Link kann die gesamte Studie abgerufen werden!

http://www.kf-land-brandenburg.de/archiv/bbibroschuere.htm

1 comment » | BBI/Flugverkehr (Allgemeines)

Weihnachtswünsche

Dezember 24th, 2010 — 9:10am



Ich wünsche Ihnen ein besinnliches Weihnachtsfest im Kreise Ihrer Familie, Verwandten und Freunde. 

Auch zwischen Weihnachten und Silvester werden Texte in meinen Blog gestellt: mindestens zwei.

Ihnen alles Gute und eine schöne festliche Zeit!

Herzlichst 

Frank Welskop 

Comment » | Vermischtes

Wie in meinem Buch prognostiziert werden die Billigairlines am BBI ihre Flugpläne ausdünnen! Oder gar abwandern!

Dezember 23rd, 2010 — 7:53am


Wie in meinem Buch prognostiziert werden die Billigairlines durch die angekündigte Eröffnung  des Luxus-BBI ihre Flugpläne ausdünnen oder/und vom BBI abwandern (siehe Artikel der MAZ unten). Ryanair hat damit begonnen, andere werden folgen. Abgesehen von der globalen Wachstumssättigung bei den Billigairlines, die nun auch noch schrumpfen werden, beschleunigen die exorbitant hohen Flughafengebühren am “Nobel-BBI” wie ein Katalysator diesen Prozess in der Region Berlin-Brandenburg. In meinem Buch aus dem Jahr 2009 habe ich ebenfalls prognostiziert, dass die Flughafengebühren am BBI horrend hoch sein werden, was sich in diesem Jahr bestätigte. Aber nicht nur für die Billigairlines. Ich hatte mehrfach in meinen Blogtexten auf die entsprechenden Textpassagen verwiesen bzw. diese zitiert.


Märkische Allgemeine » Nachrichten » Wirtschaft » Wirtschaft aus der MAZ 23.12.2010
FLUGVERKEHR: Ryanair zieht es nach Sachsen-Anhalt
Billigflieger startet von Cochstedt

MAGDEBURG/POTSDAM – Der irische Billigflieger Ryanair nimmt den Flughafen Magdeburg-Cochstedt in Sachsen-Anhalt in sein Streckennetz auf. Vom 30. März 2011 an werde Ryanair von Cochstedt aus die vier spanischen Flughäfen Alicante, Malaga, Las Palmas und Girona bei Barcelona ansteuern, teilte die Flughafengesellschaft des Airports, der 20 Kilometer südlich von Magdeburg liegt, gestern mit.
Der Cochstedter Flughafenchef Uwe Hädicke erwartet im ersten Betriebsjahr 100 000 Passagiere, abgefertigt werden könnten bis zu 800 000. Die Betreibergesellschaft, hinter der dänische Investoren stehen, hatte Cochstedt im März 2010 vom Land übernommen.
Die Ansiedlung ist aus Brandenburger Sicht pikant. Zum einen hat Ryanair gerade mehrere Flüge auf dem Flughafen Schönefeld (Dahme-Spreewald) gestrichen – allerdings vor allem innerdeutsche Verbindungen. Zum anderen steht hinter Cochstedt derselbe Investor, der den Flugplatz Neuhardenberg (Märkisch-Oderland) betreibt. Neuhardenberg hatte um Ryanair gebuhlt, war aber von der Landesregierung in Potsdam ausgebremst worden, weil man um die Wirtschaftlichkeit des Flughafens BBI in Schönefeld fürchtete.
„Wahrscheinlich sind da Millionensubventionen im Spiel, die Ryanair abgreifen will“, ätzt der Berliner Flughafensprecher Ralf Kunkel. Sein Cochstedter Kollege Gunnar Sperling widerspricht: „Wir sind ein privates Unternehmen, dass nicht durch Subventionen unterstützt wird.“ Offenbar will Ryanair Cochstedt anstelle des Flughafens Altenburg (Thüringen) nutzen. Der dortige Vertrag läuft Ende März 2011 aus. Die Landesregierung in Erfurt weigert sich beharrlich, den Flughafen mit öffentlichen Mitteln zu unterstützen. (us)

5 comments » | BBI-Baustopp sofort

Manipulation der Akten und Bürger zu den abknickenden Flugrouten: Zu den Zitaten eines Morgenpostartikels

Dezember 21st, 2010 — 7:53am


Der BBI-Unsinn wird immer grenzenloser. Die Manipulationen offensichtlich auch.

Nehmen wir uns einen Presseartikel der letzten Tage zur Illustration dieses Tatbestandes. Vielleicht aus der Morgenpost vom 16.12.mit der Headline „Senat hält BBI-Schuldfrage für nebensächlich“, in dem viele interessante und aufschlussreiche Zitate und Statements zu dieser Thematik angeboten werden:

Da fängt das Problem schon mit der Überschrift an! Nur in einer Schuldenmetropole kann man die BBI-Schuldfrage für nebensächlich halten. Die Schulden sind in einer Schuldenmetropole auch „nebensächlich“ und keiner fragt ernsthaft nach den Ursachen der Schulden des Berliner Schuldenbergs. Eine wesentliche Ursache dafür ist eben auch der BBI, ganz abgesehen, dass es „nebensächlich“ sein soll, wenn betrogen und manipuliert  wurde, dass sich die Balken biegen. 

Es ist schon sehr eigenartig wenn nun plötzlich

„das Brandenburger Ministerium für Infrastruktur den Vorwurf der Akten-Manipulation zurückweist. „In den Unterlagen des Planfeststellungsbeschlusses sind alle Schreiben der Deutschen Flugsicherung von 1998 vollständig enthalten“, sagte Ministeriumssprecher Jens-Uwe Schade. Diese Unterlagen seien in vollem Umfang auch an das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig gegangen.““

Gibt es vielleicht wieder zwei Varianten von Unterlagen und Dokumenten? Etwa wie bei der Betriebsgenehmigung für Schönefeld auch zwei verschiedene Versionen existieren (Ich berichtete in meinem Blog darüber)?

„Die erhobenen Vorwürfe der Täuschung des Bundesverwaltungsgerichtes beruhen nicht auf Unterlagen der Planfeststellungsbehörde“, betonte Schade“.

Aha, die Vorwürfe sind gerechtfertigt, aber die Planfeststellungsbehörde ist unschuldig.

„Ob die Flughafengesellschaft Akten manipuliert hat, wollte Schade gestern nicht beantworten. „Hier müssen sie den Flughafen fragen. Wir sind hier nicht zuständig.“

Das Land Brandenburg ist zwar Gesellschafter der FBS, aber eben nicht für ihr Unternehmen zuständig.

Wenn „Anlagen nicht belegt (sind) sei dass kein ungewöhnlicher Vorgang,“ so Schade weiter.

Stimmt! In Brandenburg stimmt das. In Brandenburg ist vieles eigenartig und läuft schief. Der Bundesgerichtshof hat ja der Regierung z.B. bei der Enteignung von Bodenreformland der Landesregierung grobe Sittenwidrigkeit attestiert.  Und was sagt die FBS zu den Manipulationsvorwürfen?

„Die Flughafengesellschaft kündigte am Dienstag an, die Manipulationsvorwürfe zügig aufklären zu wollen. Wann mit Ergebnissen zu rechnen sei und ob dem Flughafen denn noch die Akten aus den Jahren 1998 und 1999 vorliegen, konnte Flughafensprecher Ralf Kunkel am Dienstag nicht beantworten. Gleichzeitig sagte der Flughafensprecher, dass die Vorwürfe „ins Leere“ gehen würden.“

Auch hier kann man sich nicht des befremdenden Eindrucks erwehren, dass da etwas nicht stimmt. Zwar soll bei einem derartig wichtigen Verfahren und bei der Gründlichkeit der deutschen Bürokratie zügig aufgeklärt werden, aber wann mit welchen Ergebnissen zu rechnen sei, wisse man nicht. Nach skurriler wird es, dass die Flughafengesellschaft nicht wisse, ob vielleicht noch Akten da seien oder nicht. Hieraus drängt sich die berechtigte Frage auf, warum man dann jetzt schon wissen könne, dass die Vorwürfe „ins Leere“ gehen würden. Weder Flughafenchef Schwarz noch Flughafensprecher Kunkel waren damals bei der FBS, kennen die zu ermittelnden Akten noch nicht, behaupten dies aber. Aber wahrscheinlich steckt hinter dieser Aussage eine tiefere Botschaft: Wenn die manipulierte Anlagen LEER sind, weil der Vorgang manipuliert wurde, gehen die Vorwürfe tatsächlich ins LEERE! Nix mehr da! Und damit werden  die Manipulationsvorwürfe natürlich auch bestätigt. Weiter mit Flughafensprecher Kunkel:

„Von Vertuschung könne keine Rede sein, da die Notwendigkeit abknickender Flugrouten bei unabhängigem Parallelstart sowohl im Anhörungsverfahren 2001 als auch vor dem Bundesverwaltungsgericht 2006 explizit erörtert worden seien.“

Nein Herr Kunkel, es ist nicht nur von Vertuschung die Rede, sondern von Manipulation, die nun vertuscht werden soll. Stellt sich hier auch folgende Frage: Wenn alles mit der Abknickerei der Flugrouten so klar und transparent gewesen sein soll, warum konnten die plötzlich so vielen „BBI-Fluglärmneubürger“ nicht damals in einem Verfahren ihre Betroffenheit äußern und erfahren es nun plötzlich von hinten durch die kalte Küche? Und wenn das angeblich erörtert worden sei, warum wurden die fluglärmbetroffenen Bürger auf 20.000 heruntermanipuliert. Wahrscheinlich wird hier nach dem Ausgleichs- und Durchschnittsprinzip gearbeitet: Die Fluglärmbetroffenen wurden um das 10fache dezimiert und dafür die Jobs der angeblichen Jobmaschine dafür verzehnfacht. So gleicht sich alles ganz einfach und wundersam aus.

Ebenso vermengt Herr Meng verschiedene Aspekte, die so nicht darstellbar sind, ohne die Bürger zu manipulieren:

„Es ist erstaunlich, mit welcher Vehemenz derzeit über zehn Jahre alte Briefe diskutiert wird“, sagte Senatssprecher Richard Meng. „Die eigentliche Frage ist doch: Bekommen wir zügig vernünftige Flugrouten durch die Deutsche Flugsicherung?“

Erstaunlich ist es, dass Recht und Gesetz zu so nebensächlichen Beiwerk verkommen sind. Sind wir bereits in einem rechtsfreien Raum? Möglich. Dann braucht man  einen 10 Jahre alten Betrug auch nicht mehr aufzuklären, weil er verjährt ist. Und die Aufklärung des gestrigen Betruges wird nach diesem Strickmuster vertagt. Der verjährt dann natürlich auch.

Die dann von ihm gestellte Frage ob „wir zügig vernünftige Flugrouten hinbekommen“ zeugt wirklich von Unkenntnis oder ist wieder Manipulation: Die DFS legt die Flugrouten kurz vor der Eröffnung des BBI fest und nicht zügig. Auch die DFS weiß nicht ob der BBI mal zufällig zu dem absolut sicheren Eröffnungstermin auch tatsächlich öffnet oder nicht. Die Öffentlichkeit hat sich ja schon etliche Male zu den absolut sicheren Eröffnungsterminen täuschen lassen. Und weil der BBI als „Erfolgsstory“ auf mysteriöse Weise als schlechtester Standort zum Standort des BBI manipuliert wurde bekommt man auch keine  vernünftige Flugrouten hin: für keinen Beteiligten!

Aber noch mal zu Herrn Meng:

„Meng erneuerte den Vorschlag des Senats für die Startrouten nach Westen. „Geradeausstarts von der Nordbahn und leicht abknickende Starts von der Südbahn.“ So seien auch die vom Senat für unverzichtbar gehaltenen Parallelstarts möglich. „Alles andere sind Randfragen. Es ist doch völlig wurscht, ob irgendjemand mal vor vielen Jahren 15-Grad-Abknickungen vorgeschlagen hat.“

Völlig “wurscht” klingt wie eine etwas verlodderte Amtssprache. Genau das ist eben die hemdsärmlige Politik in diesen Ländern. Der Fluglärm soll also nach Süden, nach Brandenburg zu den Brandenburgern abknicken. Die Brandenburger am Rande von und um Berlin sind dann wahrscheinlich auch die „Randfrage“, von der er spricht. Wahrscheinlich ist es auch völlig wurscht was im Falle der Eröffnung des BBI die DFS für ein Konzept vorlegt. Es werden zwar nur ca. 15 % der Brandenburger den BBI nutzen und die Berliner zu ca. 75 %, aber alle anderen Randfragen sind eben völlig wurscht. So wird in Berlin die Realität verbogen und die Wahrheit abgeknickt.

Weiter mit dem Wirtschaftssenator Berlins!

„Der Wirtschaftssenator betonte, dass es zu unabhängigen Parallelstarts und damit zu abknickenden Routen kommen müsse – „nicht dauerhaft, aber zu Spitzenzeiten“. Im Übrigen sei bekannt, dass die Planfeststellung und die Routenplanung voneinander abweichen könnten.“

Angeblich soll der BBI ein Drehkreuz sein: Dann würden sich diese Spitzenzeiten im Parallelbetrieb erheblich und dauerhaft ausdehnen. Weil der Wirtschaftssenator auch an das Drehkreuz zumindest politisch glaubt spielt er damit ebenso
das Problem herunter. Im Übrigen ist nun auch bekannt geworden, dass nicht nur „die Planfeststellung und Routenplanung voneinander abweichen „könnten““ sondern auch die Akten zum Planfeststellungsverfahren.

Die Wirtschaftsvertreter aus Berlin und Brandenburg lassen ähnliches verlautbaren:

„Die Festlegung der Flugrouten ist nicht Gegenstand des Planfeststellungsverfahrens“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Berlin-Brandenburg (UVB), Christian Amsinck. Es sei ärgerlich, dass diese zwei unterschiedlichen Vorgänge in der Flugroutendiskussion vermischt würden.“

Der erste Satz ist  zwar richtig, aber der zweite in einem anderen Sinne auch: Denn vermischt wurden unterschiedliche Dokumente von offensichtlich manipulierten Aktenvorgängen. Und zwar so, dass die BBI-Fluglärmneubürger ihre Betroffenheit infolge der Flugroutenabknickerei in einem Planfeststellungsverfahren nicht einmal ansatzweise äußern konnten. Deshalb gibt es jetzt den Dauerprotest zu BBI 21.

„Man muss aufpassen, dass das BBI-Projekt jetzt nicht beschädigt wird“, sagte Amsinck. „Der BBI muss wie beschlossen realisiert werden, weil er für die Wettbewerbsfähigkeit der Region unverzichtbar ist.“ Schon heute sei das Projekt eine Erfolgsstory, denn bisher profitierten mehr als 350 Unternehmen aus Berlin und Brandenburg von dem Milliarden-Projekt.“

 „Nicht beschädigen?“. Kann man bei einer zerschlagenen Porzellanvase noch aufpassen, dass man sie nicht beschädigt.

„Wie beschlossen realisieren?“: Also bauen und danach privatisieren. Aus Bauen wird’s was, wenn nicht noch irgendwas schief läuft, aber nicht aus privatisieren. Selbst Herr Schwarz hat gesagt, dass der BBI die ersten Jahre keine Gewinne einfliegt. Er hat allerdings lieber nicht gesagt wie hoch die Verluste sein werden. Wer es will kann es aber ausrechnen, mein Buch kaufen oder in meinem Web-Blog stöbern. Wer von einer Erfolgsstory redet, die 16 Jahren mit viel Steuergeld verplant wurde und 10 Jahre zu spät kommt, hat noch nicht verstanden, dass das Projekt mit dem Baufeld-Ost-Flächen-Skandal, dem Konsensbeschluss und dem Abwinken der Privatwirtschaft absolut und irreparabel beschädigt wurde: Nicht von den Bürgern, sondern von den Politkern, die nun die Bürger betrügen.

Jetzt meldet sich noch mal Herr Amsinck abschließend zu Worte:

„Die jetzt erhobenen Manipulationsvorwürfe nannte Amsinck reine Spekulation. „Es fällt auf, dass plötzlich Schreiben mit nebulösen Quellen auftauchen, deren Wahrheitsgehalt schwierig nachzuweisen ist.“

Woher weiß er, dass die Manipulationsvorwürfe reine Spekulation sind? Weiß er auch wer mit den Manipulationen spekuliert hat? Meint er die plötzlich auftauchenden Schreiben der DFS als nebulöse Quelle, deren Wahrheitsgehalt schwer nachzuweisen ist? 

Es gab schon so viele Skandale um den BBI: Nun haben wir einen mehr! Die Welt macht sich über die hiesige Flughafenpolitik seit langem lustig und macht dabei schon lange Nägel mit Köpfen. Hier rollen Köpfe im politischen System, wenn es eine kritische Meinung zum BBI gibt. Oder einen Maulkorb.

Vielen Dank an Frau Schoelkopf von der Morgenpost für die schöne Zitatensammlung.


P.S.: Leider ist der Text wieder so lang geworden, aber dieses Mal ist er nicht teilbar und aufgrund der vielen denkwürdigen Zitate nicht zu kürzen gewesen. Auch konnte ich ihn erst jetzt in meinem Blog veröffentlichen, da ich mich ja wie in meinem Blog beschrieben, mit anderen Dingen befassen musste. Hier nun der Morgenpostartikel:

 

Berliner Morgenpost
Flugrouten
Senat hält BBI-Schuldfrage für nebensächlich
Mittwoch, 15. Dezember 2010 11:51  – Von Katrin Schoelkopf/dpa
Viel wichtiger ist für Berlins Regierung, wann die Deutsche Flugsicherung vernünftige Routen vorlegen wird. Im Vorwurf der Akten-Manipulation bleiben die Verhätlnisse nach wie vor unklar.
Das Brandenburger Ministerium für Infrastruktur hat den Vorwurf der Akten-Manipulation zurückgewiesen. „In den Unterlagen des Planfeststellungsbeschlusses sind alle Schreiben der Deutschen Flugsicherung von 1998 vollständig enthalten“, sagte Ministeriumssprecher Jens-Uwe Schade. Diese Unterlagen seien in vollem Umfang auch an das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig gegangen. „Die Briefe der Deutschen Flugsicherung sind vom Ministerium in der vollständigen und korrekten Form dem Bundesverwaltungsgericht zur Verfügung gestellt worden und dort auch nach wie vor vorhanden“, sagte Schade. Das Gericht habe dies am Dienstag ausdrücklich bestätigt. „Die erhobenen Vorwürfe der Täuschung des Bundesverwaltungsgerichtes beruhen nicht auf Unterlagen der Planfeststellungsbehörde“, betonte Schade.
Ob die Flughafengesellschaft Akten manipuliert hat, wollte Schade gestern nicht beantworten. „Hier müssen sie den Flughafen fragen. Wir sind hier nicht zuständig.“ Tatsache aber sei, dass in dem Antrag zur BBI-Planfeststellung vom Dezember 1999 die Seiten 40, 41 und 42 leer und „Anlagen nicht belegt“ sind. Das aber sei kein ungewöhnlicher Vorgang. Die Bürgerinitiative „Keine Flugrouten über Berlin“ hatte der Flughafengesellschaft am Montag vorgeworfen, aus den beiden Schreiben der Deutschen Flugsicherung eines gemacht zu haben. Dieses „gefälschte“ Schreiben – so der Vorwurf – soll dem Planfeststellungsantrag beigefügt worden sein, um die Notwendigkeit, abknickende Flugrouten noch in die Planfeststellung einarbeiten zu müssen, zu vertuschen.
Flughafen will Vorwürfe prüfen
Wie berichtet war in der vergangenen Woche ein Brief des damaligen Flughafenchefs Götz Herberg an das Bundesverkehrsministerium vom 7. Oktober 1998 aufgetaucht. Herberg hatte das Ministerium aufgefordert, auf die Deutsche Flugsicherung einzuwirken, damit diese von der Notwendigkeit abknickender Routen absieht. Der Brief zeigt, dass der Flughafengesellschaft aus Zeit- und Kostengründen damals daran gelegen war, abknickende Flugrouten nicht mehr in den fast fertigen Planfeststellungsantrag einarbeiten zu müssen.
Ob es sich dabei um ein bewusstes Täuschungsmanöver handelt oder der Flughafenchef nur daran interessiert war, die Planfeststellung für den neuen Flughafen nicht zu verzögern, ist offen. Die Flughafengesellschaft kündigte am Dienstag an, die Manipulationsvorwürfe zügig aufklären zu wollen. Wann mit Ergebnissen zu rechnen sei und ob dem Flughafen denn noch die Akten aus den Jahren 1998 und 1999 vorliegen, konnte Flughafensprecher Ralf Kunkel am Dienstag nicht beantworten. Gleichzeitig sagte der Flughafensprecher, dass die Vorwürfe „ins Leere“ gehen würden. Von Vertuschung könne keine Rede sein, da die Notwendigkeit abknickender Flugrouten bei unabhängigem Parallelstart sowohl im Anhörungsverfahren 2001 als auch vor dem Bundesverwaltungsgericht 2006 explizit erörtert worden seien. „Der Planfeststellungsbeschluss ist gerichtsfest. Der Flughafen hat damit einen Rechtsanspruch auf unabhängige Parallelstarts.“
Das Bundesverwaltungsgericht äußerte sich gestern überraschend zu der Diskussion und bestätigte, dass das Urteil über den Planfeststellungsbeschluss rechtskräftig ist. Allerdings bestehe die Möglichkeit einer Wiederaufnahmeklage nach dem Gesetz, wenn zum Beispiel das ergangene Urteil auf gefälschten Urkunden beruht. Ob die jetzt bekanntgewordenen Lücken im Planfeststellungsantrag eine Wiederaufnahmeklage rechtfertigen, könne sie aber nicht sagen, sagte eine Gerichts-Sprecherin. Der Berliner Senat bezeichnete die heftige Debatte darüber, wer wann was über die Planung der Flugrouten vom künftigen Hauptstadtflughafen BBI wusste, am Dienstag als nebensächlich. „Es ist erstaunlich, mit welcher Vehemenz derzeit über zehn Jahre alte Briefe diskutiert wird“, sagte Senatssprecher Richard Meng. „Die eigentliche Frage ist doch: Bekommen wir zügig vernünftige Flugrouten durch die Deutsche Flugsicherung?“
Meng erneuerte den Vorschlag des Senats für die Startrouten nach Westen. „Geradeausstarts von der Nordbahn und leicht abkni
ckende Starts von der Südbahn.“ So seien auch die vom Senat für unverzichtbar gehaltenen Parallelstarts möglich. „Alles andere sind Randfragen. Es ist doch völlig wurscht, ob irgendjemand mal vor vielen Jahren 15-Grad-Abknickungen vorgeschlagen hat.“
Nach Angaben von Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke) waren die Flugrouten, frühere Briefe und die Frage, ob Unterlagen aus Akten entfernt worden seien, kein Thema in der Senatssitzung am Dienstag. Der Wirtschaftssenator betonte, dass es zu unabhängigen Parallelstarts und damit zu abknickenden Routen kommen müsse – „nicht dauerhaft, aber zu Spitzenzeiten“.
Im Übrigen sei bekannt, dass die Planfeststellung und die Routenplanung voneinander abweichen könnten. Das betonten am Dienstag auch die Wirtschaftsvertreter aus Berlin und Brandenburg. „Die Festlegung der Flugrouten ist nicht Gegenstand des Planfeststellungsverfahrens“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Berlin-Brandenburg (UVB), Christian Amsinck. Es sei ärgerlich, dass diese zwei unterschiedlichen Vorgänge in der Flugroutendiskussion vermischt würden. „Man muss aufpassen, dass das BBI-Projekt jetzt nicht beschädigt wird“, sagte Amsinck. „Der BBI muss wie beschlossen realisiert werden, weil er für die Wettbewerbsfähigkeit der Region unverzichtbar ist.“ Schon heute sei das Projekt eine Erfolgsstory, denn bisher profitierten mehr als 350 Unternehmen aus Berlin und Brandenburg von dem Milliarden-Projekt.
Wirtschaft für abknickende Routen
Die Wirtschaft ist aus Gründen der Wirtschaftlichkeit des Flughafens für abknickende Routen und Flüge in den sogenannten Nachtrandzeiten zwischen 22 und 24 Uhr sowie 5 und 6 Uhr.
Die jetzt erhobenen Manipulationsvorwürfe nannte Amsinck reine Spekulation. „Es fällt auf, dass plötzlich Schreiben mit nebulösen Quellen auftauchen, deren Wahrheitsgehalt schwierig nachzuweisen ist. Der Präsident der IHK Potsdam, Viktor Stimming, forderte dagegen, „dass die Flughafengesellschaft mehr Transparenz walten lässt“. So hätte die Flughafengesellschaft früher mitteilen müssen, dass die Flugrouten auch abknicken können und andere Gebiete überflogen werden als ursprünglich gedacht.


 

2 comments » | Das Flugroutendesaster

Die eigentümlichen Kommentare des Herrn Markus Woehler auf meinem Blog! Prädikat: unbedingt lesenswert!

Dezember 18th, 2010 — 11:19am


Liebe LeserInnen meines Web-Blogs,

in den letzten Tagen musste ich mich mit einem Leser meines Blogs sehr intensiv auseinandersetzen, sodass ich keine weiteren Texte verfassen konnte. Gestern erhielt ich wieder einen Kommentar von diesem Leser, Herrn Markus Woehler, den ich an dieser Stelle beantworten möchte, um endlich dieses Thema und derartige Diskussionen ins Leere zu beenden.

Sie können seinen Text, mit dem ich mich nun leider auseinanderzusetzen habe auch auf meinem Blog unter “Wobei werden die Fälscher denn noch so ertappt?” lesen!

 

Sehr geehrter Herr Woehler,

vielen Dank für die Zusendung ihres Textes, auf den ich nun eingehen möchte und muss!

Natürlich habe ich  entgegen Ihrer Behauptung NICHT alle Kommentare gelöscht. Da fängt das Problem, welches Sie offensichtlich haben, schon an. Ich habe mich sogar anfänglich sehr intensiv auf ihre Texte eingelassen. Als dann ihr ellenlanger Text zum Munitionsskandal kam, konnte ich mich immer weniger des Eindrucks erwehren, dass sie FBS-Mitarbeiter sind oder in deren Auftrag schreiben. Muss nicht stimmen, aber jedenfalls hatte ich den Eindruck. 

Aber steigen wir gleich beim Munitionsskandalthema ein: Wenn der Flughafen Schönefeld von Munition beräumt wäre hätte er eine Munitionsfreiheitsbescheinigung. Hat er aber nicht. Und das ist ein Spiel mit dem Feuer. Ich habe in meiner damaligen Flugzeugmechaniker- bzw. Flugzeugtechnikerzeit genug Katastrophen mit erleben müssen. Da war dann mit Ihrem Text bei mir die Schmerzgrenze erreicht. Ich hoffe sie haben die Antworten zu den Kleinen Anfragen zu dem Thema in meinem Buch gelesen. Da wissen Sie dann wie mit dem Thema seitens der Politik umgegangen wird. Dabei habe ich noch nicht einmal die Munitionsaltlasten in Tegel angesprochen. Da wird ja auch ganz viel vertuscht.

So ein brisantes Thema lasse ich mir nicht auf meinem Blog auch nicht runterspielen oder zerreden. Aber sie tun das auf ihren langen textlichen Exzessen mit einer unglaublichen Insiderkenntnis, um von der eigentlichen Thematik abzulenken. Hier als Zitat eine Kurzfassung Ihrer Auffassung:

 

„Wo ist nun also der Skandal? Die zuständigen Behörden haben eine Entscheidung getroffen, weil es einfach widersinnig war, das Vorhaben wegen fehlender Munitionsfreiheit sterben zu lassen.“

 

“Sterben zu lassen”! Düsteres Bild, wenn dann mal wirklich was passiert, Herr Woehlert.

Genau das ist der Punkt, den ich kritisiere. Auch in meinem Buch. Im Übrigen sind das keine Kommentare was Sie verfassen, sondern uferlose Darstellungen Ihrer Auffassung bzw. die der FBS. Obendrein sind die Texte mit einer Fülle von willkürlichen Fragen drapiert, die ja schon zu einem großen Teil in meinem Buch beantwortet sind.

 

Machen wir deshalb mit der strittigen Betriebsgenehmigung zum Flughafen Schönefeld  weiter. Da kann der Leser auf dem nicht gelöschten fast ausnahmsweise mal kurz gehaltenen Kommentar vom 14.12. folgendes nachlesen:

„Was war eigentlich der Inhalt dieser ominösen “Weisung Nr. 21/90 “? Sie schrieben in Ihrem Buch, dass es Ihnen gelungen wäre, das Dokument auf anderen Wegen doch noch zu beschaffen. Gab es dort Inhalte, die plausibel machen, warum die FBS das Dokument “nicht erhalten” konnte? Oder war dieser unglaubliche Vorgang letztendlich belanglos?“

Ist eine ausgesprochen blöde Frage, denn er hat ja mein im Prinzip generell kritisiertes Buch gelesen: und da steht es drin. Was er mit diesen vielen tausend Fragen bezweckt ist allzu offensichtlich. Zu der obigen Frage ein kurzes Zitat vom 12.12.2010:

“Eines der schlechtesten Bücher, die ich bisher gelesen habe“.

 

Mag ja Ihr Eindruck sein. Umso erstaunlicher ist mit welcher Hingabe Sie sich dem Lesen und kommentieren meines Buches/Blogs widmen. Das würde bei einem guten Buch natürlich nicht passieren.

Kommen wir zur angesprochenen Non-Aviation-Kritik: Hier hat Herr Woehler angeblich meine „falschen Auszüge aus dem Geschäftsbericht der FBS zum Non-Aviation-Umsatz richtiggestellt“.

Na da schauen wir doch mal mit welchen Tricks hier der Herr Woehler arbeitet. Deshalb ein kleines Zitat:

 

“Ach und eins noch: Ihre immer wieder beschworene Non-Aviation-Umsatz-Story, die eine wesentliche Basis Ihrer BBI-Flop-Prognosen ist, ist natürlich falsch. Üblicherweise teilen die Flughäfen ihre Geschäftsfelder in Aviation und Non-Aviation. Die FBS hat das in ihrem Geschäftsbericht nur weiter aufgeschlüsselt, in dem sie Umsätze im Bereich Real Estate, Services usw. noch gesondert ausgewiesen hat. Wenn Sie nun korrekterweise vom Gesamtumsatz den Aviationumsatz abziehen, erhalten Sie den zusammengefassten Non-Aviation-Anteil, nämlich ziemlich genau die von Schwarz angegebenen 33% am Gesamtumsatz. Der von Ihnen gewählte Vergleichsflughafen Düsseldorf macht das ganz genauso“.

 

Falsch! Hier habe ICH die falschen Angaben von Herrn Schwarz anhand seines Geschäftsberichtes richtig gestellt.

Herr Woehler kritisiert etwas nicht kritisierbares, da ich in meinem Blog-Text bezüglich ausdrücklich den Real Estate-Umsatz als 3. Quelle des Umsatzes darstelle und berücksichtige (liegt bei der FBS bei ca. 15%). Und genauso vergleiche ich auch den Flughafen Düsseldorf mit den mickrigen Non-Aviation-Umsätzen der FBS. Herr Woehler verfolgt offenbar nur ein Ziel, nämlich die Tricks des Herrn Schwarz zu decken und meinen Blog zu verunglimpfen.  Den Woehrlerschen Unsinn habe ich natürlich gelöscht.

Aber so sind die BBI-Hamster im Rad. Sie treten und treten und kommen einfach nicht weiter: inzwischen natürlich viel zu spät. In der Zwischenzeit arbeitet Herr Woehler mit seinen Unter- und Entstellungen meinen Blog ab, wohl wissend, dass kaum einer die Zeit hat, seine uferlosen Kommentare mit meinen Texten zu vergleichen.

 

Aber nehmen wir noch ein Beispiel, um die Art und Weise des Herrn Woehler zu illustrieren: Hier geht es um die Beantwortung einer Schülerumfrage (Teil 3), die auch auf meinem Blog nachlesbar ist. Ich erhielt eine Mail vobn den Schülern, in der sich die Schüler für die Beantwortung bedanken und die ich auch in meinen Blog gesetzt habe:

 

Antwort auf meine Antworten vom 22.06.2010

„Sehr geehrter Herr Dr. Frank Welskop,

vielen herzlichen Dank für Ihre ausführlichen Antworten! Das hat uns beim Auswerten der Umfrage sehr geholfen. Über einige Aspekte aus ihren Antworten haben wir heute in der Schule direkt diskutiert.

Welche wirtschaftlichen Veränderungen der BBI bezogen auf Berlin mit sich ziehen lässt, werden wir sicherlich innerhalb der nächsten Jahre erkennen. Bis dahin hofft und spekuliert man.

Es freut uns, dass Sie sich die Zeit genommen haben und es Ihnen Spaß bereitet hat.

Mit freundlichen Grüßen,

Evgeniya und Glenn“   

 

Und was macht der Herr Woehler daraus?

“Beeindruckend finde ich, dass die Schüler trotz der eindeutigen Positionierung von Herrn Welskop erkannt haben, dass die Zukunft für BBI zumindest offen ist und nicht pauschal schwarz gemalt werden kann.“

Nein, falsch! Der Text hat bei der Beantwortung der Umfrage „sehr geholfen“ und es wurde darüber „direkt“ in der Schule diskutiert, nachdem sie sich mit „vielen herzlichen Dank“ an mich wendeten. Das ist der Sinn einer solchen Umfrage. Und logisch: In der Schülerdiskussion gab es bei einem derartigen Projekt bestimmt auch Pro und Contra: Davon stand aber nichts drin! Sondern, dass man  bis dahin „hofft und spekuliert“. Natürlich HOFFT auch die FBS, dass der BBI bald mal kommt und zum Erfolg wird. Aber in der Konstellation wie er kommt, ist er mit seiner Billigairlinesdominanz  ein reines SPEKULATIONSprojekt und ist eben ein neuer Berliner Bankenskandal! Denn der basierte auch auf Spekulationen. Entweder können sie nicht lesen oder stellen bewusst falsche Behauptungen auf. Meine Meinung will ich dazu nic
ht weiter äußern. Und was ist daran beeindruckend, wenn die Zukunft des BBI für die Schüler offen ist! Beeindruckend wäre es gewesen, wenn der BBI bereits in 2000 in Betrieb gegangen wäre. Aber das hat man sich ja durch den falschen Standort und die systematische Unfähigkeit der Akteure richtig vermasselt.

 

Schön, dass Sie im Lichte meiner Löschungen auch noch „stolz auf die Schulzendorfer (sind), die Herrn Welskop bei ihrer Bürgermeisterwahl eine klare Abfuhr erteilt haben“. Klingt wirklich etwas naiv, jetzt bin ich aber richtig von Ihren Hieben unterhalb der Gürtellinie beeindruckt. Im Übrigen war ich einer von 4 parteilosen Kandidaten zur Bürgermeisterwahl und bin als einziger Nichtschulzendorfer sogar in die Stichwahl gekommen. Ich bin also parteilos und meine Hauptmotivation der Kandidatur war es, mich auf einer neuen Ebene mit dem BBI kritisch auseinanderzusetzen. Inzwischen bin ich aber froh, dass es nicht geklappt hat. Aus verschiedenen Gründen, die ich hier nicht erläutern möchte. Als Unternehmer bin ich davon auch nicht  finanziell abhängig. Auch nicht vom Verkauf meines Buches, wovon man sowieso nicht leben könnte. Auch betreibe ich meinen Blog aus reinem Interesse an der Thematik und bis jetzt zahle ich dafür sogar auch noch drauf. Es ist schon eigenartig wie Sie hier bestimmte Themen vermengen.

Im Buch und auf dem Blog habe ich auch nichts konstruiert. Was konstruiert ist, ist der BBI: nämlich wie sich immer mehr zeigt, am komplett falschen Standort. Und viel zu spät. Der Luftverkehrsmarkt ist nicht nur weit gehend aufgeteilt, er beginnt sogar auch im Billigflugsektor zu schrumpfen. Außerdem kommen noch ganz andere Dinge auf uns zu, die dem potentiellen BBI-Kunden das Fliegen so richtig vergällen werden. Wenn Sie das  noch nicht wussten werden Sie dann an mich denken (Stichwort Eurokrise bis hin zum Währungscrash). Zum Thema Tempelhof werde ich auf ihren Text demnächst kurz  antworten. Dieser kurze Kommentar war der einzige konstruktive Text von Ihnen. Ansonsten werden sie sehen, was für eine Bruchlandung der BBI hinlegen wird. Nach dem Fehlstart kommt halt die Bruchlandung. Die Flugroutenproteste infolge der Manipulationen sind nur ein Reflex des BBI-Skandals, der sich immer mehr ausweitet. Und noch ein letztes Zitat von Ihnen.

 

„Wo bleibt die Meinungsfreiheit, wo die kritische Auseinandersetzung mit einem für die Region so wichtigen Großprojekt?“

 

Gute Frage, tja wo bleibt die Meinungsfreiheit zum BBI? Erst durch die Flugroutendiskussion ist etwas Meinungsfreiheit in die Medien rein gekommen, weil es nicht mehr anders ging. Vorher wurde alles totgeschwiegen und vertuscht sowie die Manipulation vertuscht, wie man immer deutlicher sieht. Hofberichterstattung mit Nebelkerzen und Schweigespirale! Wer eine andere Meinung hat kriegt einen Maulkorb oder wird gefeuert. Haben Sie ja bestimmt nicht überlesen in meinem Buch. Deshalb gibt es eben mein Buch und den Blog, was einigen vielleicht nicht so gefällt.

 

Und noch ein Zitat von Herrn Woehler zu meinem Buch, bevor diese Debatte für mich beendet ist: denn sonst hätte Herr Woehlert sein Ziel erreicht:

„Schade, dass Herr Welskop offensichtlich an der Wahrheit gar nicht interessiert ist. Es zählt nur seine Wahrheit und, das wird immer deutlicher, der Verkauf seines sensationsgierigen Buches, für das er keine Gelegenheit auslässt, mit markigen Attributen zu werben.“

Der „Verkauf seines sensationsgierigen…“ es reicht nun wirklich!

Nun Herr Woehler, ich lösche Sie nicht nur, sondern habe Sie auch noch am laufenden Band zitiert: Das mache ich eigentlich nur mit der “Politikelite”, zu der Sie als FBS-Mitarbeiter oder FBS-Freund nicht gehören. Da sind Sie eine ganz große Ausnahme und vielleicht können sie sich doch noch mal erwärmen Ihre „Idee“, welche Sie unten in Aussicht stellten, umzusetzen, obwohl ich das “mieseste Buch” geschrieben habe und ich nicht an der Wahrheit interessiert bin.

Ach so, Ihre Idee als Zitat aus Ihre Brief: „Vor ein paar Tagen hatte ich die Idee, hier auch einmal zur Abwechslung ein Lob auszusprechen für die Standhaftigkeit des Herrn Welskop, der hier auch Meinungen zulässt, die zwar dem Verkauf seines Buches entgegenwirken könnten, aber im Zeitalter der Meinungsfreiheit einfach legitim sind.“

 

Schade!


Hier der Kommentar des Herrn Woehler vom 17.12.2010 unter/zu meinem Blogtext “Wobei werden die Fälscher denn noch so ertappt?

Sehr interessant und aufschlussreich: Dr. Welskop hat praktisch alle meine Kommentare gelöscht, die seine Thesen kritisch beleuchten bzw. seinen teilweise vorgenommenen Unterstellungen und Fehlinterpretationen einige Beschreibungen von Rechtsgrundlagen und Verfahrensabläufen entgegensetzen.

So habe ich beispielsweise den tatsächlichen, völlig rechtskonformen Ablauf der Munitionsbergung auf der BBI-Baustelle beschrieben, habe seine falschen Auszüge dem Geschäftsbericht der FBS zum Non-Aviation-Umsatz richtiggestellt und noch einige andere Sachen, die er wesentlich sensationeller und skandalöser präsentiert als sie tatsächlich sind, wie die angeblich gefälschte Betriebserlaubnis und die Schwarzmalerei für die Zukunft der Luftfahrt im Allgemeinen und die des BBI im Speziellen.

Sicher ist das Löschen von Kommentaren zu seinem Blog das gute Recht des Herrn Welskop. Aber etwas befremdlich finde ich es schon, denn ich vermisse die fundamentalen Grundsätze eines guten Autoren, der vorgibt, ein hervorragend recherchiertes, kritisches “Fachbuch” geschrieben zu haben und der sogar Bürgermeister einer Gemeinde im Berliner Umland werden wollte. Wo bleibt die Meinungsfreiheit, wo die kritische Auseinandersetzung mit einem für die Region so wichtigen Großprojekt? Hier scheint mir die Nähe zur SED-Nachfolgepartei mit Ihrem Demokratiunverständnis zu Tage zu treten.

In diesem Lichte bin ich stolz auf die Schulzendorfer, die Herrn Welskop bei ihrer Bürgermeisterwahl eine klare Abfuhr erteilt haben und sich nicht von der vordergründigen, wenig objektiven BBI-Ablehnung haben blenden lassen. Wem nützen schon Leute, die nurgegen alles sind, selbst aber nicht aufzeigen können, wofür sie sind, die selbst keine Konzepte haben und nur Ablehnung, Trotz und Verbitterung transportieren?

Vor ein paar Tagen hatte ich die Idee, hier auch einmal zur Abwechslung ein Lob auszusprechen für die Standhaftigkeit des Herrn Welskop, der hier auch Meinungen zulässt, die zwar dem Verkauf seines Buches entgegenwirken könnten, aber im Zeitalter der Meinungsfreiheit einfach legitim sind.

Leider ist Herr Welskop mir nun zuvorgekommen. Er hat meine (und vielleicht auch anderer kritischer Leser) Beiträge einfach gelöscht, anstatt mit seinem Insider-Wissen fundiert darauf zu reagieren. Wer aufrichtig und gut gearbeitet hat, muss sich aber nicht verstecken. Er kann richtigstellen, wenn jemand etwas falsches beahauptet.

Ich habe das getan. Neben den vielen echten Skandalen, die Herr Welskop beschreibt, gibt es eben auch viele “konstruierte”, die es Wert sind, richtiggestellt zu werden.

Schade, dass Herr Welskop offensichtlich an der Wahrheit gar nicht interessiert ist. Es zählt nur seine Wahrheit und, das wird immer deutlicher, der Verkauf seines sensationsgierigen Buches, für das er keine Gelegenheit auslässt, mit markigen Attributen zu werben.

Die Löschung ziemlich unfangreicher, sachlicher Artikel anderer, die aber der eigenen Meinung entgegenstehen ist ganz klar Zensur…sicher legitim, weil es Herrn Welskop’s private Website ist, aber ganz klar mit einem “Geschmäckle”.

Mit dieser Aktion sind Sie, Herr Welskop ganz, ganz weit abgerückt von den großen investigativen Journalisten, Autoren, Webseitenbetreibern und Bloggern, die heute in aller Munde sind.


8 comments » | Vermischtes

Wobei werden die Fälscher denn noch so ertappt?

Dezember 14th, 2010 — 10:40am


 

In der unendlichen Geschichte zum BBI-Skandal gehören zum Betrug natürlich auch Fälschungen von Dokumenten und Unterlagen dazu. Bei der Aktenmanipulation für den Planfeststellungsbeschluss stellt sich nun heraus, dass man keine Ahnung hat ob es die Akten noch gibt (siehe Artikel von der Morgenpost letzter Satz weiter unten).

Man (die FBS oder Planfeststellungsbehörde) könne sich das alles natürlich gar nicht vorstellen und man werde die Akten natürlich bestimmt auch suchen. Daraufhin wird man (die FBS oder die Planfeststellungsbehörde) feststellen, dass eigenartigerweise die Akten trotz emsiger Suche nicht auffindbar sind. 

In meinem Buch habe ich einen ähnlichen Fall geschildert als es um wichtige Akten bezüglich der Rechtmäßigkeit der Betriebsgenehmigung für den Flughafen Schönefeld ging. Auf Seite 216 meines Buches ist in einem mir vorliegenden dort  zitierten Brief von der Rechtsabteilung der FBS folgendes mitgeteilt worden:

 

„Auch nach intensiven Recherchen ist es uns nicht gelungen, die von Ihnen erbetene Weisung Nr. 21/90 des Ministeriums für Verkehr zu erhalten.“ (Schreiben vom 17.01.2006)

Naja, ist auch nicht so schlimm: es geht ja dabei nur um die Weisung auf der die Betriebsgenehmigung des Flughafen Schönefeld beruht.

Immerhin wußte der Chef der Rechtsabteilung zufällig, dass die “zeitlich unbegrenzte Genehmigung zum Betrieb des Flughafens Berlin-Schönefeld vom 20.09.1990 auf dieser o.g. Weisung (beruht)”. 

(Schreiben vom 17.01.2006).

Wer meint, es gehe bei alledem mit rechten Dingen zu muss schon über eine blühende Phantasie verfügen!

 

 

Berliner Morgenpost

Fälschung

BBI-Flugrouten: Verdacht auf Aktenmanipulation

Dienstag, 14. Dezember 2010 01:43

Im Streit über die Flugrouten am künftigen Hauptstadtflughafen BBI wird die Flughafengesellschaft verdächtigt, 1998/99 Akten manipuliert zu haben, um Verzögerungen bei der Planfeststellung für den neuen Flughafen zu verhindern.

Die Bürgerinitiative “Keine Flugrouten über Berlin” spricht nach Akteneinsicht beim Brandenburger Infrastrukturministerium sogar von “Fälschung”. So sollen zwei Schreiben der Deutschen Flugsicherung von 1998 zu einem zusammengefasst worden sein, um die Notwendigkeit von abknickenden Flugrouten herunterzuspielen. Passagen, die diese Notwendigkeit belegen, seien im Antrag zur Planfeststellung vom Dezember 1999 von der Flughafengesellschaft unterdrückt worden. Nach Informationen der Berliner Morgenpost sollen überdies Akten der Flughafengesellschaft aus der Zeit von 1998 verschwunden sein. Dazu gehört auch der umstrittene Brief des damaligen Flughafenchefs Götz Herberg. Die Flughafengesellschaft sagte gestern auf Nachfrage, sie habe “keine Ahnung, ob es die Akten noch gibt”. 

6 comments » | BBI-Fälschungen und -Betrug

Manipulation des BBI-Planfeststellungsbeschlusses!

Dezember 13th, 2010 — 9:56am


Nicht nur die Bürger werden bezüglich der so genannten nicht privatisierungsfähigen „Jobmaschine BBI“ manipuliert, sondern offensichtlich auch die Akten zum Planfeststellungsverfahren. Wie die Berliner Zeitung nun veröffentlichte, wurde nicht nur der Brief der DFS zu den um 15 Grad abknickenden Flugrouten manipuliert, sondern auch aus den Prozessakten für das Verfahren zum beklagten BBI-Planfeststellungsbeschluss vor dem Bundesverwaltungsgericht entfernt.

Durch diese Manipulation wurden damit auch die Richter am Bundesverwaltungsgericht in betrügerischer Absicht zur Erschleichung der Genehmigung des Planfeststellungsbeschlusses vorsätzlich getäuscht.

(Artikel siehe unten)

Die FBS reagierte wörtlich zu den nun aufgetauchten Dokumenten, dass das „Schnee von gestern“ sei.


In mehrfacher Hinsicht ein ausgesprochen schlechtes Bild: Schnee von gestern kann auch heute zum Glatteis führen, zumal auf dem Flughafen plötzlich das Enteisungsmittel ausgegangen ist.

Aber übertragen wir diesen Replik auf ein anderes Bild: Wenn ein Mörder eines Mordes überführt wird, den er vor einigen wenigen Jahren verübt hat, spricht ihn auch nicht das Gericht frei, weil der Mord nach Auffassung des Mörders Schnee von gestern sei. 

Dieser Aspekt braucht gar nicht weiter ausgeführt werden. Die bohrende Frage ist und bleibt, wer wusste von den verantwortlichen Politkern was zu welchem Zeitpunkt. Noch wichtiger ist die Frage, wer hat die Manipulationen angeordnet und wer ausgeführt.  Also wieviel Leichen hat wer im Keller. Es geht also bei weitem nicht nur um die Frage wer was wusste. Der BBI-Skandal ist und bleibt eben eine unendliche Geschichte…..   

 

 Bild von der Web-site des BVBB

 

Berliner Zeitung, 13.12.2010
Berlin
BBI-Streit
Wurden die Richter bewusst getäuscht?
Wohin nach dem Start? Die Flugsicherung will, dass Maschinen in Schönefeld künftig bei Parallelstarts auch über Berlin fliegen.
von Jürgen Schwenkenbecher
Berlin –

Dass die Flugrouten vom künftigen Hauptstadtflughafen BBI in Schönefeld auch so verlaufen können, dass mehr Berliner durch Fluglärm belastet werden, ist den Betroffenen und auch dem Bundesverwaltungsgericht offenbar bewusst vorenthalten worden. Das geht aus Unterlagen hervor, die der Berliner Zeitung vorliegen.
Ein Schreiben der Deutschen Flugsicherung (DFS), in dem darauf verwiesen wird, dass die Abflugrouten um mindestens 15 Grad von den angenommenen Geradeaus-Routen abweichen können, sollte ursprünglich im Planfeststellungsantrag enthalten sein. Konkret bedeutet das, dass damals schon darauf hingewiesen wurde, dass die Flugzeuge nach dem Start eine Kurve in Richtung Berlin fliegen könnten.
Noch vor der Übergabe des mehrere hundert Aktenordner starken, penibel durchnummerierten Antrags an die Planfeststellungsbehörde Brandenburgs wurde der DFS-Brief, der die Seitenangabe Band M12, Seiten 41 und 42, trägt, wieder entfernt. An der entsprechenden Stelle des Antrags vom 17. Februar 2000 heißt es: „Seiten 41 und 42 nicht belegt“. Mit der Säuberung verschwand auch der Hinweis auf die 15-Grad-Regelung. Wer den Brief entnommen hat, ist unklar.
DFS-Brief zuvor manipuliert
Bemerkenswert dabei ist, dass der entfernte DFS-Brief zuvor manipuliert worden war. Der ersten Seite des Schreibens mit Datum vom 20. August 1998 folgte zunächst die zweite Seite eines anderen Briefes, den die DFS am 26. Oktober 1998 ebenfalls zum Thema Flugrouten verfasst hatte. Auch darin wird zwar auf die 15-Grad-Regelung bei Parallelstarts verwiesen, doch zugleich wird betont, dass der Routenverlauf „nicht Gegenstand einer Planfeststellung“ sein könne.
Nachdem dieser Brief komplett aus den Unterlagen entfernt worden war, gab es keinen Hinweis mehr in den Unterlagen auf die heute umstrittenen Abflugwege. Deshalb hatte das Bundesverwaltungsgericht bei seinem Schönefeld-Urteil 2006 keinen Anhaltspunkt dafür, dass auch andere Regionen vom Fluglärm betroffen sein könnten. Das Gericht hatte den Standort bestätigt.
Der Berliner Rechtsanwalt Frank Boermann von der Kanzlei Schoening und Grawert, die den Schönefeld-kritischen Bürgerverein Brandenburg Berlin (BVBB) vertritt, kündigte gestern an, das Bundesverwaltungsgericht auf die Ungereimtheiten aufmerksam zu machen.
Strafrechtler soll Unterlagen prüfen
Im Raum steht die Frage eines Prozessbetrugs. „Wir werden einen Strafrechtler bei der Prüfung der Unterlagen hinzuziehen“, sagte BVBB-Ehrenvorsitzender Ferdi Breidbach der Berliner Zeitung. Der BVBB lehnt anders als die meisten anderen Initiativen gegen Fluglärm den Standort Schönefeld grundsätzlich ab.
Flughafensprecher Ralf Kunkel nannte die neuen Dokumente gestern „Schnee von gestern“. Die Flughafenfrage sei rechtskräftig entschieden. Jetzt gehe es darum, vernünftige Routen festzulegen. Heute unternimmt die 34 Mitglieder starke Fluglärmkommission einen zweiten Versuch, darüber ins Gespräch zu kommen. Vor vier Wochen trennte sich die Kommission ergebnislos.
Am Freitag war bekannt geworden, dass der damalige Flughafenchef Götz Herberg 1998 das Bundesverkehrsministerium gebeten hat, Einfluss auf die DFS zu nehmen, ihre Stellungnahme mit der 15-Grad-Regelung zu „modifizieren“. Im September hatte die Flughafengesellschaft erklärt, von den DFS-Vorschlägen mit den abknickenden Flugrouten überrascht worden zu sein. Deswegen wollen vier Flughafengegner die BBI-Baugenehmigung anfechten – sie fühlen sich getäuscht.

 

 

 

1 comment » | BBI-Fälschungen und -Betrug

Bitte vor dem Ausrutschen zurücktreten! Und das wäre auch gut so!(Satirische Schlagzeilen)

Dezember 11th, 2010 — 8:20am



Treffen sich Platzeck (SPD) und Wowereit (SPD) zufällig mal nicht auf einer Flugroutendemonstration, sondern auf dem Fernsehturm.

Platzeck: Hallo Klaus, ich war ja jetzt im Urlaub und hab mal nachgedacht!

Wowereit: Ach ja, und?

Platzeck: Na ja, da hab ich mir das mit dem Rainer ausgedacht.

Wowereit: Deine Männerfreundschaft Speer, der zurückgetreten ist und der nun auch sein Landtagsmandat zurückgeben soll? 

Platzeck: Ja ja, genau der. Ist mir richtig schwer gefallen. Der hat mir ja auch immer gesagt was ich im Landtag machen soll. Da wird mir angst und bange. Und der weiß doch viel mehr über mich, als ich über ihn.

Wowereit: Zuviel meinst du! Musste dann einfach alles leugnen. Mache ich ja auch schon jahrelang erfolgreich so!

Platzeck: Na ja, ich hab auch darüber nachgedacht, dass wir wegen dem Flughafen doch lieber auch gleich zurücktreten sollten. Jetzt kommt doch alles ans Licht! Du, die kriegen noch alles raus.

Wowereit: Spinnst du. Ist doch abwegig. Die wissen bis jetzt nur ganz wenig. Die Nummer mit dem BBI ziehen wir jetzt voll durch, auch wenn’s nicht funktioniert. Wissen wir doch schon lange. Nicht nachdenken. Einfach nur leugnen. Und ist das etwa unser Geld, oder was? Wenn das Ding den Bach runtergeht kauf ich mir mein Haus in Lichtenrade wieder zurück. Hab schon mal den Makler beauftragt!

Platzeck: Und jetzt wollen die auch noch gegen den BBI klagen.

Wowereit: Dem Schwarz habe ich damals 2 Sätze aufgeschrieben, dass er immer sagen soll, dass wir allem ganz gelassen entgegensehen. Egal was noch aufgedeckt wird.

Platzeck: Und der zweite, Klaus?

Wowereit: Ach so, dass der BBI mit absoluter Sicherheit  pünktlich zum nächsten Eröffnungstermin öffnet.

Platzeck: Der Zettel muss aber schon über 10 Jahre alt sein. Der muss noch von Diepgen sein. Warum sitzt du eigentlich hier oben? Schön hast du es hier oben. Bei mir versinkt alles im Chaos. Und ständig dieses Hochwasser. Das ist mir selbst als Deichgraf zuviel.

Wowereit: Kann mir nicht passieren. Ich sitze auf einem riesigen Schuldenberg. Da ist nix mit Hochwasser. Du brauchst einfach die kritische Masse an Schulden. Da sieht einfach keiner mehr den Schuldenberg und die neuen Schulden fallen dann auch nicht mehr auf, egal wie hoch sie sind. Die machen dann einfach alle mit, meine Abgeordneten. Reiner Gewöhnungseffekt.

Platzeck: Reiner? Welcher nun? Ach so, verstehe. Und was machst du nun wirklich hier oben?

Wowereit: Ich bereite hier meinen Wahlkampf vor. Hier oben habe ich alles im Überblick. Ist sozusagen mein Wahlkampftower. Und bevor die vielleicht noch mein Rotes Rathaus stürmen ist das sozusagen auch mein Oval Office. Ist nur mein Pressesprecher und mein persönlicher Berater mit dabei.

Platzeck: Der Offer auch?

Wowereit: Der war doch von Schäuble!

Platzeck: Ach ja. Ich vergesse in letzter Zeit immer so viel. Besonders was ich früher zum Flughafen gesagt habe. Und jetzt noch das mit den Flugrouten. Die sind ja jetzt plötzlich überall. Wo kommen die denn plötzlich mit einem mal alle her? Ich glaube das hört auch gar nicht mehr auf…

Wowereit: Ach ja, der Schwarz von der FBS kommt hier auch manchmal vorbei. Wir prüfen, ob wir hier am Fernsehturm ein paar Flugrouten lang legen können. Ist ja nur die ehemalige Ostzone. Und vor allem machen wir das extra für die Touristen. Die können dann von hier den Flugverkehr Aug in Aug mit den Piloten über Berlin beobachten. Auf so eine Idee ist noch keiner gekommen. War meine.

Platzeck: Stimmt, wir tun ja alles für die Touristen, damit die auch ja wiederkommen. Die können ja dann sogar nachts ununterbrochen auf dem BBI landen. Das hab ich organisiert. Es reicht mir schon, dass mir meine Einwohner auswandern und ich auf den Alten sitzen bleibe.

Wowereit: Wir haben da nur noch ein kleines Problem.

Platzeck: Und was Klaus?

Wowereit: Was machen wir mit den Touristen wenn die nachts gelandet sind. Meine S-Bahn fährt ja höchstens noch tags. Wenn überhaupt. Nicht, dass die dann alle tagelang auf meinem BBI campieren. Oder gar wochenlang! Weißt du noch wie die Finnin in Tegel?

Platzeck: Ach ja. Ich glaube Finnland ist ein Teil von Skandinavien. Da ist es richtig eiskalt.

Wowereit: Bei uns ist jetzt auch Eiszeit. Äh, ich meine jetzt nicht politisch. Und jetzt ist mir auch noch mein Enteisungsmittel ausgegangen. Wir waren einfach nicht auf den Winter eingestellt. Wir sind nicht schuld, ist halt die Witterung. Wer konnte denn ahnen, dass Winter ist. 

Wowereit hinter vorgehaltener Hand leise zu Platzeck: Naja, in Wirklichkeit ist mir das Geld dafür ausgegangen. Mein Flughafen ist ja eigentlich Pleite. Aber sags bitte nicht weiter.

Platzeck: Sag ich nicht weiter. Da hilft dann aber auch kein Enteisungsmittel mehr. Ich hab da so eine Idee. Wollen wir das nicht dem Speer anhängen? Der sitzt doch bei dir im Aufsichtsrat in deiner FBS und will da auch nicht weg. Da müssen wir uns noch was ausdenken.

Wowereit: Mal schaun. Aber vielleicht solltest du wirklich zurücktreten, bevor du auf diesem Glatteis ausrutscht und mich noch mitreißt. Du weiß ja auch ein bisschen über mich. 

2 comments » | Satirische Schlagzeilen

Angeblich soll der unabhängige Parallelbahnbetrieb die Rentabilität des BBI retten: Völlig absurd! Deshalb Baustopp sofort (Teil 9)

Dezember 8th, 2010 — 2:32pm



Wir nähern uns nun der Auflösung des unlösbaren BBI-Rätsels als „Job- und Gelddruckmaschine“. Selbstverständlich gelingt die in Teil 8 dargestellte 339-%-Non-Aviation-Umsatzboom-Erfolgsstory „natürlich nur“ durch einen unabhängigen Parallelbahnbetrieb, den Schwarz immer wieder einfordert. Also nix mit der freien Gestaltung der Flugrouten. Ohne diesen unabhängigen Parallelbahnbetrieb würde der BBI angeblich nicht wirtschaftlich arbeiten können. Es käme durch den Nichtparallelbetrieb natürlich dann auch zu einem dramatischen Einbruch dieses Non-Aviation-Booms und alles wäre umsonst. Dieses doch sehr verletzliche FBS-Wunder geschieht eben nur durch die emsige Arbeit von Herrn Schwarz und seinen Pressesprechern. Wer diesem Lug und Trug aufsitzt, glaubt auch, dass im Himmel Jahrmarkt ist, was durch das Flugroutengezerre allerdings sehr nahe liegend ist.

In Wirklichkeit wird der BBI auch mit unabhängigen Parallelbahnbetrieb dramatisch unwirtschaftlich sein. Tatsächlich zeigt die von Wowereit gestützte oder gar geforderte Schwarzpropaganda das riesige Umsatzleck des BBI, der dann noch schneller sinken wird als die Titanic, sobald er öffnet. Wenn er öffnet? Vor allem wann? Und für wie lange, falls? Nicht nur die Privatisierung der Flughafengesellschaft  ist an dem dauerhaften BBI-Skandal gescheitert, sondern der künftige BBI ist aus diesem Grunde auch nicht privatisierbar! Nicht zu letzt, weil der BBI ca. 10 Jahre zu spät kommt! Und das natürlich auch noch am falschen Standort, wie man z.B. an dem aktuellen und unauflösbaren Flugroutendesaster unschwer erkennen kann! Dumm ist nur, dass die Presse nichts von dem Schwarzschen 47%-Non-Aviation-Umsatz-Anteil-Unsinn merkt oder merken will, es gebetsmühlenartig wiederkäut und damit ihre Seiten und Zeitungen füllt (siehe Teil 8). Damit die Presse nicht weiter zur Pressesprecherei der FBS verkommt, sollte sie doch bestimmte Aussagen hinterfragen und abchecken!  

Woher weiß Herr Schwarz eigentlich, dass er 47 % Non-Aviation-Umsatz erwirtschaften kann? Woher weiß er demzufolge, dass er dann 53 % Aviation-Umsatz auf seinem BBI einfliegen wird? Und vor allem, von welchem Umsatzlevel verrät er uns nicht! Von 300 Mio. € Gesamtumsatz? Oder gar von 500 Mio. € ? Oder von dem was der BBI tatsächlich braucht, wenn er sich mit anderen Flughäfen messen möchte?

Um wenigsten den Umsatzdurchschnitt auf den deutschen Verkehrsflughäfen zu realisieren müsste Schwarz auf fast 26 € pro Passagier kommen. Nehmen wir an, der BBI erzielt in 2015 mit 30 Mio. PAX einen völlig unrealistischen Umsatz von 720 Mio. € (vorausgesetzt er hat bis dahin schon oder noch geöffnet), dann erzielt er tatsächlich in dieser Zahlenkonstellation 24 € pro Passagier und hätte dieses Ergebnis in wenigen Jahren, wie auch immer, verdoppelt.

Abzüglich von ca. 10 % sonstiger üblicher Flughafeneinnahmen würde der Umsatz von Aviation und Non-Aviation bei 650 Mio. € liegen. Weil davon 47 % Non-Aviation auf dem Billigflieger-BBI erzielt werden sollen, wäre ein 53%tiger Aviation-Umsatz in Höhe von 344 Mio. € zu erwarten. Dann würden durch Aviation 11,46 € pro Passagier eingenommen. Damit der 47 %tige Non-Aviation-Anteil realisiert werden kann, müssten noch mal ca. 11 € pro Passagier eingenommen werden, während es z.B. in Düsseldorf 5,6 € sind. Maßt sich Herr Schwarz wirklich ernsthaft an zu glauben und zu verlautbaren, dass der Non-Aviation-Umsatz auf dem Billigflieger-BBI in wenigen Jahren doppelt so hoch sein könnte als in Düsseldorf, während in Berlin der durchschnittliche Non-Aviation-Umsatz gerade mal bei 1,98 € liegt?

 

Die Flughafenrealität ist hier eine andere! Laut FBS-Planfeststellungsprognose aus dem Jahr 2000 sollen entsprechend eine im übrigen ziemlich exakten  Passagierprognose im Jahr 2012 etwa 21.5 Mio. PAX abgefertigt werden (2010 19,1 Mio. und 2015 22,8 Mio. PAX) während die Fracht allerdings völlig daneben liegt. Die Fracht sollte im Jahr 2010  bei 223.000 t sein, liegt aber im Jahr 2009 fast um das 10fache niedriger: bei 25.000 t! Ebenfalls liegt die Prognose bei den Umsteigern absolut daneben! Fracht und Umsteiger sind bei der angestrebten Wirtschaftlichkeit des BBI de facto ein Totalausfall (siehe u.a. auf Seite 115 im Band M 1 Verkehrsgutachten und Modellflugplan im Planfeststellungsantrag von 2000). Nach einer früheren Prognose aus dem Jahr 1994 sollte der Anteil der Umsteiger für 2010 bei 26 Mio. Passagieren (!!!!) liegen, während die Gesamtpassagiere mit 47 Mio. PAX vorhergesagt wurden, so die damalige Projektentwicklungsgesellschaft Flughafensystem Berlin-Brandenburg in dem Gutachten „Konzeptionelles Angebot zur Privatisierung des Flughafensystems Berlin-Brandenburg“. Also mehr als die Hälfte nur Umsteiger! Also etwas höher als der jetzt prognostizierte Non-Aviation-Umsatz-Anteil! Vielleicht sind es gegenwärtig 2,6 % Umsteiger von den fast 21 Mio. Passagieren im Jahr 2009.  Es lohnt sich aber nicht wirklich derartige Marginalien auszurechnen, um das Lug-und-Trug-Fundament des BBI nachzuweisen.

Leider muss ich mich noch mal dafür entschuldigen, dass ich das unauflösbare Dilemma des Schulden- und Verlustflughafens mit so vielen Zahlen nachweisen und belegen muss. Aber nur so wie ich es auch in meinem Buch getan habe wird der BBI-Skandal nachvollziehbar, plausibel, apodiktisch.  

Nein hier wird manipuliert, suggeriert, betrogen, getäuscht und kriminell mit dem Steuergeld der Bürger gezockt. Und wenn der BBI floppt holt sich die Politik das Geld durch Steuererhöhungen und Sparexzesse wieder aus den Taschen der Steuerzahler. Die BBI-Täuschungen haben System, wie auch das aktuelle Flugroutendesaster offenbart. Jedoch sind die wichtigen Flugroutendemos nur ein Nebenkriegsschauplatz, weil der BBI letztendlich nicht funktionieren kann. Deshalb sofortiger Baustopp und Beendigung des BBI-Spuks am Flugroutenhimmel und des BBI-Skandals auf der Erde! 

2 comments » | BBI-Baustopp sofort

Back to top