Archive for Mai 2010


Der BBI wird wie immer ganz, ganz sicher pünktlich fertig gestellt: Glauben Sie nicht mehr denen, die für diese „Versprechen“ ständig ihr Steuergeld brauchen!

Mai 31st, 2010 — 10:24am



 

Noch am 28. Mail titelt die Berliner Zeitung, dass zur Eröffnung des BBI wohl noch kein Zug zu der Jobmaschine fahren wird. Das ist natürlich kategorisch zurückzuweisen, wenn man bedenkt, dass sich die Eröffnung des BBI wieder einmal „planmäßig“ verzögert. Irgendwann wird die Inbetriebnahmetermine des BBI und dessen Bahnanbindung synchronisiert sein!

In meinem Buch bin ich natürlich davon ausgegangen, dass der BBI nicht pünktlich eröffnet. Ob es nur zu einer erneuten Verspätung von einem Jahr kommt ist auch fraglich.

Auch in meinem Blog vom 14. Mai unter dem Motto „Der BBI kommt. Aber der Crash auch!“ habe ich ebenfalls darauf verwiesen, dass der BBI mit Sicherheit auch in 2011 nicht kommen wird. Hier ein Zitat:

 

„Die Eintaktung des Richtfestes mit „Brot und Spielen“ war jedenfalls  ausgesprochen gut: vor dem Crash, vor der Verschiebung des BBI-Eröffnungstermins (denn bisher waren ja fast ein Dutzend Eröffnungstermine immer absolut sicher und warum soll man das dieses mal daran glauben) und der ILA nach Leipzig. Noch einmal konnte sich die versammelte Politikelite und Lobby in einem euphorischen Taumel der Verblendung verzückt in den Armen liegen. Kritische Stimme wurden einfach überhört oder sorgfältig ausgeblendet, wie damals die Eurokritiker, auf die dann eine mediale Hetzjagd veranstaltet wurde. Oder Kritiker werden politisch oder fachlich eliminiert wie damals in ZK oder Politbüro der SED. Die Vergleiche drängen sich regelrecht auf.“

 

Aber das ist nur ein Teil der Wahrheit: Wenn nun behauptet wird, dass der Aufsichtsratsvorsitzende der FBS, Herr Wowereit, und sein Aufsichtsratskollege Platzeck aus Brandenburg, von diesem erneuten Verschiebungseklat nichts gewusst haben sollen, gibt es hierfür nur 2 plausible Schlussfolgerungen:

Zum einen spräche das für absolutes Chaos bei diesem Projekt, wo die verantwortliche Politik keinen Überblick und keinen Einfluss mehr auf das Geschehen hat. Allerdings wäre das auch nichts Neues.

Zum anderen ist es nach meiner Auffassung wahrscheinlicher, dass die beiden benannten verantwortlichen Herren davon gewusst haben müssen, da ja Wowereit den BBI zu seiner Chefsache gemacht hat. Das schließt zwar das obige Chaosargument nicht aus, aber transformiert es auf eine ganz anderen Ebene: Denn, und das ist die Grundaussage meines Buches, solange der BBI nicht eröffnet ist kann die Politik ununterbrochen Jubeln und Feiern, weil „demnächst“ die Jobmaschine den heiß ersehnten Segen über die Region bringen wird. In Wirklichkeit, und davon werden die hiesigen Provinz- und Regionalpolitiker nach der BBI-Eröffnung brüsk überrascht sein, weil sie sich nicht mit dem wirtschaftlichen Innenleben der maroden FBS befasst haben, wird das Chaos nach der Eröffnung des BBI erst richtig beginnen. Der BBI ist auf Schulden gebaut und wird nur Verluste einfliegen! Wie gesagt, es wird dann ganz überraschend für die Politik sein: man habe damit nicht gerechnet, wird es dann heißen.

Die Wahrheit ist: Man hat nicht mitgerechnet, was hinter dem Rücken der Politik passiert. Der BBI ist eben nicht, wie es Herr Schwarz flapsig ausdrückte,  mit „Schlipsen und Schokolade“ zu retten. Deutlicher kann die absurde Botschaft für einen feinhörigen Hörer nicht sein. Auch hier spricht mein Blog vom 25. Mai eine klare Sprache, die natürlich kein Regierungspolitiker sprechen darf, wenn er es bleiben möchte.

Es ist schon erstaunlich, dass niemand der hiesigen Lokalpolitik die disperse wirtschaftliche Kohärenz von FBS und BBI erkennt, hinterfragt oder zur Kenntnis zu nehmen bereit ist. Erst recht wurde das nicht nach diesem opulenten Richtfest  hinterfragt, was hinter den Kulissen des gegossenen Betons passiert. Was aber, wenn es ein „vorsätzliches“ Richtfest mit dem Wissen war, dass die Verspätung der Eröffnung des BBI wieder einmal sicher ist?

Und warum wird den Bürgern wieder einmal weisgemacht, dass nun gespart werden müsse, nachdem die Schulden der hiesigen Haushalte durch dieses systematische Politikversagen wieder und wieder steigen? Seit Jahren!



 

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Für die "Kostenwahrheit" im Transport: Köhler fordert Kerosin-Steuer

Mai 28th, 2010 — 7:50am


Erstmals stelle ich eine Pressemitteilung einer Regierungsinstitution in meinen Blog! Bundespräsident Köhler fordert Kostenwahrheit für den Luftverkehr auf dem Weltverkehrsforum in Leipzig! Dem ist nichts hinzuzufügen, ausser dass es die Wahrheit ist, die aber Realität werden muss!
AP – 27.05.2010 Für die “Kostenwahrheit” im Transport: Köhler fordert Kerosin-Steuer Leipzig – Bundespräsident Horst Köhler hat sich für Steuern auf Flugbenzin und insgesamt mehr «Kostenwahrheit» im Transportsektor ausgesprochen. Kostenwahrheit führe zu umweltfreundlicheren Lösungen führen, sagte Köhler am Donnerstag auf dem Weltverkehrsforum in Leipzig. Sie würde zudem die Binnenschifffahrt und den Schienenverkehr attraktiver machen. Köhler appellierte zugleich an die Europäische Union, sich für einen fairen Wettbewerb zwischen den unterschiedlichen Verkehrsträgern einzusetzen. Der Bundespräsident betonte, im Gegensatz zur Stromsteuer, die die Bahn bezahlen müsse, sei Kerosin bislang ebenso wie Schiffstreibstoff von der Steuer befreit. «Wäre es im Sinne der Gleichbehandlung der Verkehrsträger nicht gerecht, die Aussetzung der Energiesteuer für Kerosin und Schiffstreibstoff zu beenden?», fragte er. Er wisse, dass dies schwierige Verhandlungen bedeute. Dennoch sollte das Thema möglichst international angepackt werden. Köhler verwies darauf, dass der Flugverkehr insbesondere in Asien und Südamerika Experten-Schätzungen zufolge rasant zunehmen wird. Wenn dieser Anstieg mit einer entsprechenden Zunahme der Umweltbelastung einhergehe, «dann muss uns allen nicht nur schwindlig werden, sondern angst und bange». Schon heute würden gut 13 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen durch Verkehr verursacht. «Das kann und darf nicht einfach so weitergehen», erklärte er. Nötig sei daher nicht ein bloßes Mehr an Mobilität, sondern bessere und klügere Mobilität. Köhler erklärte, ein durch Kostenwahrheit befeuerter Wettbewerb sei nicht bequem, er biete aber auch und gerade für Deutschland und Europa große Chancen. So könnten damit Innovationen wie besonders leichte Container für die Luftfahrt, hybride Antriebssysteme auch für Lastwagen und stauvermeidende Leitsysteme gefördert werden. Auch mit Blick auf vergleichsweise billige Flüge erklärte er, wer Menschen oder Waren befördere, zahle heute Treibstoff, Personal und Verkehrsträger. «Er zahlt aber wenig bis gar nichts für Luftverschmutzung, Lärmbelästigung, Gesundheitskosten, Umwelt- und Klimaschäden.» Nur deswegen sei es derzeit billiger, Krabben aus der Nordsee nicht an der Nordsee, sondern in Marokko pulen zu lassen und anschließend doch in Deutschland zu verkaufen. Köhler sagte, er sei sich sicher, dass die Verbraucher bereit seien, für weniger «weitgereiste Krabben» etwas mehr zu bezahlen, wenn das klar die Umwelt entlaste. «Denn auch die ist den meisten Menschen sehr viel wert – sie hat nur leider zu oft noch keinen Preis.» Köhler bezeichnete es auch als fragwürdig, wenn etwa Ferkel von Deutschland in andere Länder transportiert würden, um sie Monate später als Schinken nach Deutschland zurückzubringen. Kostenwahrheit würde dazu beitragen, regionale Wirtschaftskreisläufe zu stärken und unnötige Transporte zu vermeiden. Weniger Transportaufkommen bedeute nicht zwingend, dass wirtschaftliche Abstriche gemacht werden müssten, fügte der Bundespräsident hinzu. http://www.net-tribune.de/nt/node/22971/news/Fuer-die-Kostenwahrheit-im-Transport-Koehler-fordert-Kerosin-Steuer

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Das BBI-Rettungspaket mit „Schlipsen und Schokolade“

Mai 25th, 2010 — 8:55pm


Es ist wahr und man weiß nicht recht, ob man darüber lachen oder bestürzt sein soll. Aber es ist ernst gemeint, wenn Flughafenchef Schwarz z.B. in der Morgenpost vom 03.01.2010 erzählt, dass der BBI ohne Betriebszuschüsse arbeiten kann! Er sieht bei der Realisierung des BBI hierbei 3 Herausforderungen. Die Dritte sei eben, dass der BBI wirtschaftlich arbeite, also ohne Betriebszuschüsse auskommen wird. Schwarz: „Die Erlöse aus den Flughafengebühren und dem Non-Aviation-Geschäft müssen die Betriebskosten und die Bedienung der Kredite übersteigen.“

 Das klingt theoretisch plausibel, aber wie will er das in der Praxis umsetzen?

 „Um die Kosten für die Airlines möglichst niedrig zu halten, müsse der Flughafen mehr Geld durch steigende Non-Aviation-Einnahmen einnehmen. „Deshalb bauen wir nach der zentralen Sicherheitskontrolle den zentralen Marktplatz für alle Passagiere“, so der Flughafenchef. So solle in Schönefeld jeder zweite Euro „mit Schlipsen und Schokolade“ verdient werden. Auf diese Weise könnten die Airlines auf der Kostenseite durch Mehreinnahmen im Non-Aviation-Bereich entlastet werden.“

Jeder zweite Euro mit Schlipsen und Schokolade!? Da muss offensichtlich ein bahnbrechendes Marketingkonzept dahinter stehen, welches plötzlich die Kaufkraft der Billigfliegerpassagiere vervielfacht. Allerdings könnten die Airlines auf der Kostenseite auch nicht entlastet werden, wenn dieses Konzept nicht aufgehen sollte. Denn dann würden die Flughafengebühren in den Himmel schießen. Der Konsument würde sich auf den Schlips getreten fühlen und lieber seine Schokolade zu Hause verzehren.  

Also kommen wir zu den Tatsachen am Tatort „BBI“:

Im Jahr 2009 hatte die FBS einen schrumpfenden Umsatz von 244 Mio. Euro, davon aus Aviationeinnahmen 164 Mio. Euro. Angenommen dieser ebenfalls schrumpfende Aviationumsatz pegelt sich im ersten Jahr des BBI-Betriebes auf 170 Mio. Euro ein, dann müssten die gegenwärtigen Non-Aviationeinnahmen von gegenwärtig 41 auf 170 Mio. Euro steigen, um diese Marke von Schwarz anzupeilen, da nach dessen Logik jeder 2. Euro dort verdient werden soll. Dieser utopisch klingende Umsatzsprung wäre dann von insgesamt 244 bis 340 Mio. Euro hoch. Das hat die FBS noch nie erreicht.

Allerdings werfen diese 340 Mio. Euro dann auch keinen Gewinn ab: und zwar auf lange Sicht nicht. Denn, um mit Schwarz weiter zu sprechen, muss ja der BBI, der ohne Betriebszuschüsse arbeiten soll, auch noch einen Schuldendienst von „mindestens 100 Mio. Euro“ bedienen.

 „Um die Kredite ab Eröffnung des BBI bedienen zu können, wird der Flughafen pro Jahr aber weiterhin mindestens 100 Millionen Euro an eigenen Mitteln für die BBI-Finanzierung aufbringen müssen“ (Morgenpost vom 07.04.2010).

 Mindestens! Nach der bisher immer praktizierten Salamitaktik der FBS dürften diese „mindestens 100 Mio. Euro“, dann in Wirklichkeit, wie in meinem Buch beschrieben, ca. 200 Mio. Euro Schuldentilgung pro Jahr sein. Noch schlimmer: das Geld kommt dann wahrscheinlich ja gar nicht von der FBS, sondern es werden wohl wieder fleißig Darlehen von den Gesellschaftern der FBS ausgereicht.

Ziehen wir als Mittelwert zwischen 100 und 200 nur 150 Mio. von den 370 Mio. Euro ab, die für den Schuldendienst aufzubringen wären, dann hätte der BBI einen Umsatz von 220 Mio. Euro, mit dem ein derartiger Großflughafen absolut nicht zu bewirtschaften ist. Im Prinzip werden dadurch dann nur noch unter 10 Euro pro Passagier erwirtschaftet, falls wieder die Marke von ca. 22 Mio. Passagieren im Jahr 2012 erreicht wird.

Diese idealen Annahmen werden aber keinesfalls  vor der bedrohlichen Kulisse von Finanz-, Wirtschafts- und Klimakrise gegeben sein, die ja Schwarz und seine FBS in keinem Szenario berücksichtigt, bzw. die einfach ausgeblendet werden.

Sehen wir es realistisch: Der Billigfliegergroßflughafen „Willy Brandt“ ist eben nicht durch „Schlipse und Schokolade“ zu retten. Und wenn der Beton in Betrieb genommen wurde, wird sich daran auch nicht viel ändern. Bestenfalls, und sehr FBS-freundlich gerechnet, wird sich der Umsatz bei höchstens 300 Mio. Euro einpegeln abzüglich von mindestens 150 Mio. Euro Schuldendienst (eher aber ca. 200 Mio. Euro). Das Resultat ist dann bilanziell verheerend, wenn dann lediglich 6,8 Euro pro Passagier umgesetzt werden. Selbst mit dem doppelten Umsatz pro Passagier war die FBS bzw. BBF und trotz fast jährlicher Betriebszuschüsse im 2- oder gar 3stelligen Millionenbereich kontinuierlich in den roten Zahlen. Weil selbst ohne Schuldendienst bei dem schwachen Umsatz mit der auf dem Großflughafen dominierenden Billigfliegerei Verluste eingeflogen werden, werden sich auf dem BBI mit seinem über 10jährigen Schuldendienst die Verluste bilanziell und jährlich zwischen 200 bis 300 Mio. Euro auftürmen. Wenn nicht noch höher…..  

Und wenn die Wunschliste von Schwarz nicht in Erfüllung geht, sei noch einmal daran erinnert, dass noch nie die wirtschaftlichen Wünsche der dilettierenden FBS bzw. BBF und Politik in Erfüllung gegangen waren.

Denn vor 13 Jahren sollten die  BBF-Erlöse ebenfalls die Schulden tilgen.  Aber leider wurde daraus nichts, da die BBF nicht privatisierbar war und sie deshalb keine Erlöse zur Schuldentilgung abwarf. Stattdessen wurde die BBF mit Hilfe des Steuerzahlers entschuldet.

Hier der gekürzte Artikel von Ewald B. Schulte in der Berliner Zeitung vom 09.08.2007:

„Großflughafen: BBF-Erlös soll Schulden tilgen

Empfindliche Einbußen in Tegel und Schönefeld

Der Aufsichtsrat der Berlin Brandenburg Flughafen-Holding (BBF) will heute die Weichen für den Verkauf von “zunächst” 74,9 Prozent der BBF-Anteile stellen. Doch aus der Privatisierung der Betreiber-Holding der drei Berliner Flughäfen dürfte keine müde Mark in die Landeskasse fließen. Laut Aufsichtsratsvorlage sollen mit den Einnahmen BBF-Kredite abgelöst werden. Die Flughafen-Holding schiebt einen Schuldenberg von derzeit 742,119 Millionen Mark vor sich her. Allein für Zinsen sind in diesem Jahr 41,378 Millionen Mark fällig. Weil der Verkaufserlös kaum reichen dürfte, haben sich die bisherigen BBF-Eigner Berlin, Brandenburg und der Bund auf eine gemeinsame Rest-Entschuldung verständigt. Diese Zusatzkosten für die öffentliche Hand lassen sich jedoch erst dann beziffern, wenn die Privatisierungsangebote vorliegen.

Die BBF-Anteile sollen zusammen mit dem Großflughafen-Projekt BBI am 10. September ausgeschrieben werden. Investoren, die sich an dem bis zum 31. Mai 1998 laufenden dreistufigen Bieterverfahren beteiligen wollen, müssen Erfahrungen bei Bau, Planung, Finanzierung und Betrieb von Flughäfen oder ähnlich großen Infrastrukturprojekten nachweisen. Auch müssen sie ihre Finanzkraft dokumentieren sowie die Bereitschaft, Risikokapital für die Holding und den Großflughafenbau zur Verfügung zu stellen. Der Investor, dem ein über 50 Jahre laufender Konzessionsvertrag zur Abwicklung des Hauptstadt-Luftverkehrs winkt, soll außerdem das mit Spekulationsschulden belastete Baufeld Ost “wertsteigernd” in die Planungen einbeziehen. Die öffentliche Hand bleibt dennoch in der Haftung: Sie verpflichtet sich, die Kosten für eine “angemessene” Verkehrsanbindung des BBI sowie für einen Teil der Grunderwerbsrisiken zu übernehmen. Außerdem trägt sie die Verantwortung für sämtliche Planungs- und Genehmigungrisiken.

Das Verkehrsaufkommen der Flughäfen Tegel und Schönefeld blieb 1997 weit hinter den Erwartungen zurück. In Schönefeld wurde bis Juli ein Verlust von 19,2 Millionen Mark erwirtschaftet, in Tegel liegt das Ergebnis “als deutlich dauerhafter Trend” um sechs Prozent unter den

Für das Geschäftsjahr 1996 muß die Holding voraussichtlich einen Verlust von 41,5 Millionen Mark ausweisen.“

Ebenfalls scheiterte das zweite Privatisierungsverfahren und ein weiteres wird es für das marode Staatsunternehmen „FBS“ nicht geben, weil der Wert der FBS gleich null bzw. n
egativ ist. Keiner will einen Großflughafen, der Schulden tilgen muss und gleichzeitig Verluste einfliegt. Das ist die Wahrheit über den BBI, die uns die Politik und die Medien kollektiv verschweigen. Wäre es nicht so, wäre die FBS bzw. damals die BBF schon lange hälftig oder gar mehrheitlich in privater Hand.

Herr Schwarz wird natürlich wie seine Vorgänger weiter fleißig Zahlen schreiben, aber nicht solche, die seinem Namen alle Ehre machen würden. Also keine Schwarzmalerei, sondern es ist die fatale Praxis in Vergangenheit und Zukunft eines mit Steuergeld subventionierten Staatsunternehmens, das sonst nicht überleben würde.

Ein Beispiel für die diesbezüglich völlig kritiklose „Hofberichterstattung“ ist folgende Passage in der Märkischen Allgemeinen vom 08.05.2010 über die Hoffnungen und Erwartungen am Flughafen BBI:

„Allmählich dürften auch die letzten Zweifler überzeugt sein. Der Großflughafen BBI in Schönefeld ist nach erheblichen Anfangsschwierigkeiten auf dem Weg, tatsächlich eine Erfolgsstory für Berlin und Brandenburg zu werden. Auch wer das Gezerre um die Standortsuche und die Finanzierung des Projekts noch in Erinnerung hat, dem nötigt das Tempo, in dem Berlin, Brandenburg und der Bund den Flughafenbau vorantreiben, doch Respekt ab.“

Im Gegenteil! Je bombastischer und gigantischer dieser Großflughafen ausufert, desto mehr Zweifel müssten jedoch angesagt sein. Denn es war schon immer die Berliner Provinzkrankheit seit der Wende eine Metropole sein zu wollen, die sie nicht ist oder die sie nicht wird. Deshalb baut sie nun einen Metropolenflughafen, der trotz des gegenwärtig hohen Bautempos nach wie vor 10 Jahre zu spät kommt.  

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Ist der BBI nur auf Schulden und Korruption gebaut? Es scheint so!

Mai 21st, 2010 — 3:48pm


Alles ist möglich beim BBI, auch wenn es immer rigoros ausgeschlossen wurde oder wird. Vielleicht wird es aber erst durch diesen absoluten „Ausschluss“ zu einem sicheren Ereignis. Ebenso bei den bisherigen vielen ganz, ganz sicheren Eröffnungsterminen für den BBI. Auch gäbe es beim Bau des BBI natürlich und ebenfalls mit Sicherheit keine Korruption, weil dem durch strikte Kontrollen bei der Auftragsvergabe und durch Transparency International ein Riegel vorgeschoben werde. Nun ist wieder das eingetreten, was durch die Politikelite, Wirtschaft und die FBS vehement ausgeschlossen wurde und es wird gegenwärtig die Frage durch die Staatsanwaltschaft untersucht ob

„der BBI auf Korruption gebaut? ist, so z.B. Bild.de

 „Tatort Großflughafen: Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen zwei am Bau beteiligte Firmen wegen Korruption
20.05.2010 – 01:13 UHR
Von Michael Sauerbier
Berlins neuer Großflughafen hat seinen ersten Bestechungs-Skandal! Staatsanwälte ermitteln gegen zwei Firmen, die am Bau des BBI beteiligt sind, wegen Korruption.
2,5 Milliarden Euro geben Berlin, Brandenburg und der Bund für den Airport aus. Der für den BBI-Bau zuständige Geschäftsführer, Manfred Körtgen (57), sagte beim Richtfest: „Hier gibt es keine Korruption. Dafür sorgen unsere Prüfer und Transparency International.“
Jetzt das: Letzte Woche durchsuchten Fahnder eine Wildauer Rohrleitungsbau-Firma, den Märkischen Abwasser-Zweckverband und die Privathäuser der Chefs. Die Firma hatte für Millionen Trink- und Abwasserleitungen am BBI verlegt.
Frank Winter (46), Chef der Staatsanwaltschaft für Korruptionsdelikte: „Wir haben den Verdacht, dass die Auftragsvergabe des Verbands an die Firma manipuliert war. Im Gegenzug soll die Baufirma einem Verantwortlichen des Verbands Geld oder andere Vorteile gewährt haben.“
Verbandschef Wolf-Peter A. soll Rohrbau-Chef Wilfried G. den Auftrag verschafft haben. Dafür habe G.s Firma den Bau von A.s Privathaus in Senzig unterstützt. Bezahlt habe letztlich die Flughafen-Gesellschaft – mit unserem Steuergeld!
Wolf-Peter A.s Anwalt wies den Verdacht als „völlig haltlos“ zurück. Wilfried G. nannte die Vorwürfe „grobe Verleumdungen durch Mitbewerber“.
Insider behaupten, bei den BBI-Auftragsvergaben und -Abrechnungen werde nicht so genau hingeschaut. Vorrang habe die pünktliche Fertigstellung des Airports im Herbst 2011.
„Wir prüfen trotz Zeitdrucks sehr gründlich“, sagt Flughafen-Sprecher Ralf Kunkel gegenüber BILD. „Aber wir können nicht ausschließen, dass durch kriminelle Energie ein Schaden entstanden ist.“
Ermittler Winter: „Unser Verdacht hat sich nach erster Bewertung erhärtet. Wir ermitteln wegen Bestechung und Bestechlichkeit.“



Dass nun auch eine Wildauer Rohrleitungsfirma und der Märkische Abwasserverband in den Verdacht der Korruption geraten sind ist für meinen Blog sehr interessant, weil ich mich  aus verschiedenen Gründen weiterhin recht intensiv mit mir suspekt erscheinenden Vorgängen bei der Wasserversorgung der Region und des BBI widmen werde.

Wir müssen hierbei leider wieder davon ausgehen, dass das nur die Spitze des Eisberges ist. Denn wenn trotz Transparency so etwas geschieht, gibt es vielleicht sogar bei Transparency ein Leck. Jedenfalls muss man sich diese Frage ernsthaft stellen.

Ebenso möchte ich lieber nicht prüfen ob tatsächlich 70 % der BBI-Bauaufträge  in der Region Berlin und Brandenburg geblieben sind oder ob diese nur an ominöse Schein- oder Briefkastenfirmen gegangen sind. Und welchen Anteil haben sie vom BBI-Kuchen per Ausschreibung tatsächlich erhalten? Zumindest ist es aber so, dass diese unter Korruptionsverdacht stehenden Firmen aus der Region sind.

Erst vor Kurzem ist der Hillenbergfilz im Abgeordnetenhaus von Berlin aufgeflogen, als der Abgeordnete und Unternehmer Hillenberg von der HOWOGE Aufträge ohne Ausschreibung zugeschoben bekam. Wer vielleicht deshalb eine Petition an den Petitionsausschuss des Abgeordnetenhaus von Berlin gerichtet hatte, muss schlechte Karten dabei gehabt haben: Denn Hillenberg war bis zu diesem tausendsten Berliner Skandal der Vorsitzende desselben.

Vielleicht gibt es neben dem Korruptionsverdacht auch noch Betonfraß des in Nacht und Nebel gegossenen Betons auf dem BBI. Jedenfalls wird der Betonfrass bei Bahntrassen und deren Schwellen zu einem echten Problem http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/0605/berlin/0050/index.html

Wahrscheinlich dürfte das auch auf Brandenburger Autobahnen zutreffen. Immerhin erhält es Arbeitsplätze via Steuermittel.

Es ist und war alles möglich zwischen den verschiedenen Eröffnungsterminen für den BBI und nicht zu letzt deshalb scheiterte das erste Privatisierungsverfahren der damaligen BBF.

Wir können uns noch auf vieles gefasst machen und langweilig war es noch nie bei der Pleiten-Pech- und Pannenplanung des BBI. Der Preis dieser Kurzweiligkeit ist jedoch für den Steuerzahler sehr hoch. Denn nun sind wir nicht mehr bei der Planung, sondern beim Bau des BBI, wo ja durch Politik und FBS immer mit absoluter Sicherheit ausgeschlossen wurde, dass es Korruption gäbe. Die nächste Phase der Knechtung des Steuerzahlers wäre dann die Aufnahme des BBI-Betriebes. Auch hier wird immer wieder beteuert, der BBI sei wirtschaftlich und als Jobmaschine sehr gut aufgestellt. Und es sei ausgeschlossen, dass die Betriebskosten aus dem Ruder laufen oder dass der BBI wegen seiner Unwirtschaftlichkeit sogar ein Megaflop wird. Der BBI ist auf Schulden gebaut, die er nicht bedienen können wird! Griechenland ist also vom künftigen Großflughafen nicht weit.

Wer meint, diesen offensichtlichen Korruptionsverdacht gäbe es zum ersten Mal bei der FBS, irrt. Bereits vor 6 Jahren wurde systematische Korruption in der Hauptstadt von Filz und Korruption auch bei Ausschreibungen zum Abriss und Sanierungsarbeiten auf dem Flughafen Schönefeld offen gelegt, in die auch die FBS verwickelt war (Berliner Morgenpost vom 25.03.2004). Nicht, dass es ein Einzelfall war, sondern es flog ein Korruptionskartell auf, das vielleicht heute in den damaligen Auswüchsen wieder oder weiter existiert. 

Leider lässt sich dieser Artikel der Morgenpost auf meinem Blog nicht anders darstellen und meine hineinkopierte JPEG-Dateien mit dem Artikel löste sich einfach auf.

Ich wünsche Ihnen trotzdem frohe Pfingsten mit viel Sonne

Herzlichst Frank Welskop

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Der BBI kommt! Der Crash aber auch!

Mai 14th, 2010 — 8:54am


Der BBI kommt! Der Crash in Anlehnung an Max Ottes Bestsellers  aber auch (worauf ich bereits am 28.01.2010 in meinem Blog verwies)! Stellen Sie sich vor, er kommt vor der Eröffnung von Willy Brandt! In diesem Jahr noch oder der Eurocrash kommt übers Wochenende! Dann ist der BBI sowieso ganz schnell mausetot. Um mit Willy Brandt zu sprechen ist dann „nichts wieder so, wie es einmal war.“

Oder er kommt nach der Inbetriebnahme des BBI! Dann würde der BBI noch vor dem Währungscrash als weltgrößtes Zentrum der Billigfliegerei kollabieren. Berlin kann sich jedenfalls so ein Monstrum, wo „billig von teuer fliegt“ nicht leisten und wirtschaftlich leisten wird der BBI so auch nichts.

Die Eintaktung des Richtfestes mit „Brot und Spielen“ war jedenfalls  ausgesprochen gut: vor dem Crash, vor der Verschiebung des BBI-Eröffnungstermins (denn bisher waren ja fast ein Dutzend Eröffnungstermine immer absolut sicher und warum soll man das dieses mal daran glauben) und der ILA nach Leipzig. Noch einmal konnte sich die versammelte Politikelite und Lobby in einem euphorischen Taumel der Verblendung verzückt in den Armen liegen. Kritische Stimme wurden einfach überhört oder sorgfältig ausgeblendet, wie damals die Eurokritiker, auf die dann eine mediale Hetzjagd veranstaltet wurde. Oder Kritiker werden politisch oder fachlich eliminiert wie damals in ZK oder Politbüro der SED. Die Vergleiche drängen sich regelrecht auf.

Mein Buch „BBI- ein neuer Berliner Bankenskandal?“ wird ebenfalls überwiegend totgeschwiegen. Es passt einfach nicht ins Konzept der Obrigkeit, die seit 2 Jahrzehnten so sehr und fest an den BBI glaubt. Die einzige Reaktion von der FBS war, dass mein Buch „jeglicher Grundlage entbehre“. Allerdings ist es genau umgekehrt: Der milliardenschwere BBI entbehrt mit seinen wirtschaftlichen Leichtgewichten, dem subventionierten Billigairlineskonzentrat, jeglicher Grundlage. Jeder der sich davon überzeugen will, kann das in den Geschäftsberichten der hoffnungslos wirtschaftsschwachen FBS überprüfen. Dazu wird geschwiegen, hingegen der Steuerzahler mit prosperierenden  Verkehrszahlen geblendet. Aber nicht alles ist Gold was glänzt! 

 

Allerdings denke ich über den Titel meines Buches in letzter Zeit des öfteren intensiv nach. Es ist alles so komplex miteinander verwoben, dass es durchaus auch anders heißen könnte: Ich weiß nur nicht wie!

Hier nun die Schlussfolgerungen, dass es nicht so heißen müsste:

1. Das Fragezeichen hätte ein Ausrufezeichen sein müssen.

2. Ein neuer Skandal ist es eigentlich nicht, da sich das Problem spätestens mit dem Konsensbeschluss herauskristallisiert hat.

3. Das Problem bezieht sich nicht nur auf Berlin, sondern maßgeblich auch auf Brandenburg und auf den Bund, auf die Gesellschafter der FBS.

4. Ein Bankenskandal ist es eigentlich nicht, sondern für die kreditgebenden Banken ein Segen, für die nun der Steuerzahler geknechtet wird! Wenn irgend jemand etwas „stemmen muss“, dann der Steuerzahler.

5. Es ist kein Skandal, dass die Privatbanken nicht in dieses renditelose und risikoreiche Projekt eingestiegen sind, sondern rationales Kalkül, weil der BBI anstatt Rendite nur Verluste produzieren wird.

6. Offiziell ist der Name für den BBI Willy Brandt, da der Code hierfür schon lange an einen indischen Flughafen vergeben ist.

7. Der BBI müsste eigentlich BBR, Berlin-Brandenburg-Regional heißen, da es kaum Interkontinentalflüge gibt.

8. Der Begriff Skandal ist inflationär, was natürlich skandalös ist.

9. Der Skandal besteht in der Vernichtung des Geldes für einen gegenwärtig zu erbauenden Flughafen, der nie die beantragten Funktionen als Drehkreuz und Internationaler Großflughafen übernehmen wird, da er von Billigfliegern dominiert wird.

Insgesamt ist es aber so, dass die Realität den Titel meines Buches bestätigt.

Um abschließend noch einmal mit Willy Brandt zu sprechen, kann man feststellen, dass „Niederlagen stählen, aber eben nur, wenn es nicht zu viele werden“. In Berlin und Brandenburg sind es halt zu viele Niederlagen: Die Länder sind fiskalisch erschöpft und liegen wirtschaftlich danieder. 
Ihnen ein schönes Wochenende!

Herzlichst Frank Welskop

1 comment » | BBI-Fälschungen und -Betrug

Muss nun die ILA vor dem BBI weichen, während die ILA-Entscheidung durch Vulkanasche vorerst geplatzt ist?

Mai 12th, 2010 — 9:34am


Der BBI geht durch die viel zu lange Suche nach dessen falschen Standort Schönefeld viel zu spät in Betrieb.

Muss nun die ILA vor dem BBI nach Leipzig ausweichen? Das wäre nichts Neues, denn das Frachtdrehkreuz ging ja auch durch die Unfähigkeit der hiesigen Politik nach Leipzig, während das 2. Drehkreuz der Lufthansa nicht in Sperenberg, sondern in München entstand.

Egal wie die auf Ende Mai verschobene Entscheidung des BDLI ausfällt, ILA und BBI werden dominiert: die ILA durch die militärische Präsenz von Rüstungsgütern und der BBI durch die subventionierte Billigfliegerei!

Während die militärisch überpräsente ILA vor dem BBI am falschen Standort weichen muss, wird der BBI durch die Dominanz der Billigairlines in die Knie gehen.

Der Skandal besteht weiterhin darin, dass die Regierungsfraktionen der Linken in Berlin und nun auch in Brandenburg sich vehement für die Rüstungs- und Waffenschau einsetzen. Bis zum Eintritt in die „Regierungsverantwortung“ war es für die PDS und die Linken immer ein Grundsatz, nicht in die Hände des  Militärisch-Industiellen-Komplexes zu spielen. Dieser Grundsatz wurde plötzlich ebenso über Bord geworfen wie die jahrelange Ablehnung des BBI am Standort Schönefeld. Sie können nur hoffen, dass die Entscheidung für Leipzig fällt!

Egal welche Grundsätze noch versenkt werden, der Steuerzahler muss die teure Zeche blechen. Und das gerade vor dem Hintergrund der künftigen und dramatischen Steuerausfälle in Brandenburg und Berlin.

Die Fakten gehören zu den Folgen des künftig unrentablen BBI-Betriebes und der ILA endlich auf den Tisch und dürfen nicht weiter verschwiegen und ausgeblendet werden.

Kommen Sie zu meiner 12. Lesung am 08.06.2010

Unter dem Link finden Sie die Einladung

http://www.adlershof.de/terminview/?tx_psevent_pi1%5BshowUid%5D=717

2 comments » | Flughafen - BBI

Das 2. Interview der Deutschen Welle zu meinem Buch und dem BBI!

Mai 10th, 2010 — 8:28am



Unter diesem Link ist das 2. Interview abrufbar, welches die Deutsche Welle mit mir zum BBI machte und am 7.05. ausstrahlte (Radio in Englisch).


http://www.dw-world.de/dw/article/0,,5545213,00.html





Comment » | Flughafen - BBI

BBI – Büchse der Pandora? Und jeder neue BBI-Eröffnungstermin bescherte den Steuerzahlern noch mehr Kosten. Es gab viele Verschiebungen! (Teil 6)

Mai 7th, 2010 — 12:43pm


8. Märchenstunde zum BBI-Richtfest für ausgewählte Gäste

Es ist schon ein unglaublicher Vorgang, wenn die Presse die endlosen Märchenstunden von Wowereit und Schwarz unkritisch abdruckt. Bis auf ganz wenige Ausnahmen, werden zu dem euphorischen Richtfest keine kritischen Stimmen zugelassen. Ja gibt es denn in den Redaktionen der einschlägigen Regionalpresse keine Wirtschaftsjournalisten, die mal unter die Hochglanzoberfläche der FBS schauen und über die extrem Umsatz- und Wirtschaftsschwäche der FBS berichten. Oder dürfen Sie nicht, wenn sie in den Geschäftsberichten erkannt haben, was hier gespielt wird. Hier dazu in aller Kürze einige Stilblüten aus dem aktuellen Geschäftsbericht der FBS!

„Um die Wirtschaftlichkeit der FBS weiter zu steigern, gilt es trotz der Umsatzsteigerungen Kostensteigerungen zu begrenzen bzw. Kostensenkungen zu erreichen“ (Geschäftsbericht der FBS von 2009 auf Seite 74).

 

  1. Vielleicht war das der Textbaustein vom vorigen Geschäftsbericht, aber hier wird suggeriert, dass es Umsatzsteigerungen gegeben haben soll. Das Gegenteil ist der Fall, da die Umsätze gegenüber 2008 gesunken sind.
  2. Da es keine Umsatzsteigerungen gegeben hat, sondern der Umsatz sogar geschrumpft ist, muss nach dieser logischen Syntax des Zitats festgestellt werden, dass die Wirtschaftlichkeit der FBS auch nicht gesteigert wurde. Wenn von einem wirtschaftlichen Erfolg der FBS in diesen Tagen die Rede ist, dann sind immer die Subventionen der FBS-Gesellschafter gemeint, die in anmaßender Weise angeblich die FBS erwirtschaftet hätte, obwohl das der Steuerzahler tat (hierzu ausführlich in dieser Reihe auf meinem Blog). Hier wird also offensichtlich etwas mit Absicht verwechselt. Dafür gibt es auch einen plausiblen Grund!
  3. Der Grund hierfür ist die akute Umsatz- und Wirtschaftsschwäche der FBS. Nicht nur, dass die Umsätze pro Passagier die schlechtesten auf den deutschen Verkehrsflughäfen sind, sondern sie sind dann auch noch auf diesem schon absurd niedrigem Niveau auch noch weiter geschrumpft. Auch wieder gegenüber dem Geschäftsjahr 2008! Sie schrumpften seit 2002! Jeder kann das nachrechnen und mit anderen Flughäfen vergleichen. Der Grund hierfür ist, dass von der Billigairlinesdominanz in Berlin umsatzseitig nicht viel hängen bleibt und die ohnehin sparen wo sie nur können. Sonst wären sie keine Billigairlines. Insofern wird es auch schwer sein, die Kosten weiter zu senken.
  4. Das trifft erst recht für den Umstand zu, dass der BBI für die Billigairlines viel zu teuer sein wird und die Kosten zur Bewirtschaftung eines unrentablen Flughafens aus dem Ruder laufen werden. Nicht umsonst wurde ja schon eine drastische Erhöhung der Flughafengebühren für den BBI in Aussicht gestellt. Die Billigairlines und Passagiere werden sich freuen. Mit dem BBI wird jedenfalls unter diesen Bedingungen die Wirtschaftlichkeit der nicht privatisierungsfähigen FBS nicht gesteigert.
  5. Um die grusligen Märchenstunden mit Schwarz und seinem Aufsichtsratsvorsitzenden unvergessen zu machen, muss noch ein weiteres Zitat aus dem Geschäftsbericht bemüht werden: Denn man blickt trotz aller Widrigkeiten prognostisch-optimistisch in die Zukunft.

 

Jeder, der sich erinnern kann, weiß welche fragwürdige und unwissenschaftliche Substanz die Prognosen der Luftverkehrslobby haben. Die Erfahrungen mit den BBI-Prognosen bestehen schlicht darin, dass alle mir vorliegenden 7 Prognosen für 2010 extrem falsch waren (Hierzu auf Seite 32 in meinem Buch). Zum Beispiel prognostizierte die Lufthansa 42 und die PROGNOS AG jeweils 45 Mio. Passagieren pro Jahr: Für das Jahr 2010!  

Aber hier nun das Zitat aus dem FBS-Geschäftsbericht:

„Sollte es – entgegen den Erwartungen, die dem Wirtschaftsplan für 2010 zu Grunde liegen – zu einem deutlichen Verkehrsrückgang in 2010 kommen, so ist auf Basis der Erfahrungen der jüngeren Vergangenheit davon auszugehen, dass die Rückschläge eher kurzfristiger Natur sind und das Verkehrswachstum mittelfristig fortgesetzt werden kann“ (Seite 74).

Also: Falls etwas Schlimmes passieren sollte, was aber erwartungsgemäß nicht eintritt, dann ist es gleich wieder gut.

Abgesehen davon, dass es nicht um das Verkehrswachstum geht, sondern vor allem um Umsatzsteigerungen oder gar Gewinne stutzt man schon bei dem Passus

„Entgegen der Erwartungen“: Es dürfte sich auch bereits 2009 in der Chefetage der  FBS herumgesprochen haben, dass wir keine zyklische Überproduktionskrise haben, sondern es besteht seit 2009 die extrem reale Gefahr, dass die Wirtschaft und das Finanzsystem kollabiert, crasht. Da helfen auch nicht die Erfahrungen der Flughafengesellschaft, die trotz bester wirtschaftlicher Bedingungen und trotz eines starken (subventionierten) Passagierwachstums niemals einen Gewinn selbst erwirtschaftete und immer von ihren Gesellschaftern vor der Pleite bewahrt wurde.

Und was heißt, dass die Rückschläge „kurzfristiger Natur“ sein könnten. Wie kann man das auf diese neue Situation übertragen. Nur wenn man sie verdrängt. Diese völlig unfachliche Darstellung ist einfach unerträglich. Dazu gehört auch der dramatische Klimawandel: er findet bei der FBS auch nicht statt. Aber selbst ohne Wirtschafts- Finanz und Umweltkrise bekommen wir in Berlin ein dauerhaftes Problem, da die Einkommen der Bürger mit Sicherheit weiter schrumpfen werden und immer mehr arme Menschen in Berlin leben, während in Brandenburg nun die Bevölkerung schrumpft und zu vergreisen beginnt.

Meine kurzfristige Prognose ist jedenfalls, dass ganz sicher mit einem schönen Richtfest zu rechnen ist, wenn den geladenen und ausgewählten Gästen  in den Katakomben des gegossenen Betons Speis und Trank bei hallenden Reden unter Ausschluss der Realität serviert wird. 

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BBI – Büchse der Pandora? Und jeder neue BBI-Eröffnungstermin bescherte den Steuerzahlern noch mehr Kosten. Es gab viele Verschiebungen! (Teil 5)

Mai 4th, 2010 — 8:21am


7. Der eigentümliche Eigenkapitalzauber der FBS

 

Wenden wir uns nun den eigentümlichen Wandlungen des Eigenkapitals der FBS zu.

In 2009 wuchs das Eigenkapital wieder einmal: Dieses Mal erhöhte es sich von 869 Mio. EURO auf 967 Mio. EURO. Diese Steigerung um 71 Mio. EURO setzt sich wiederum zusammen aus einer Erhöhung der 

a)    Kapitalrücklage um 49 Mio. EURO 

b)    Gewinnrücklage um 21 Mio. EURO.

 

Wo die 49 Mio. EURO herkommen ist bereits dargestellt. Das sind die Bareinlagen der Gesellschafter, von denen Geschäftsführer Schwarz behauptet, sie seien selbst erwirtschaftet worden. Die Gewinnrücklage in Höhe von 21 Mio. EURO stammt aus dem Jahr 2008 und wurde im Eigenkapital passiviert. Wie diese 21 Mio. EURO und die Gewinne der FBS in den Jahren 2007 bis 2009 zustande kamen wird demnächst auch noch dargestellt. Nach Ankündigung von Schwarz wird es ja auf lange Sicht keine Gewinne mehr geben, sondern dafür einen erheblichen Schuldendienst für die in 2009 aufgenommenen BBI-Kredite.

Das Eigenkapital ist natürlich eine enorme wichtig Größe für ein Unternehmen und kann auch durch erwirtschaftete Gewinne erzielt werden. Aber da die FBS und die damalige BBF im Prinzip nur Verluste erwirtschafteten ist die Eigenkapitalbildung in der Regel auf die Subventionen der Gesellschafter der Flughafengesellschaft zurückzuführen. Und die haben sich das Geld in erster Linie wieder von den Steuerzahlern in Berlin und Brandenburg geholt. Auf diese eigentümliche Weise wurde ein imposanter Eigenkapitalstock „erwirtschaftet“, der ein beeindruckendes Bild auf die „Eigenfinanzierungskraft“ der FBS wirft. 

Das gleiche teure Spielchen fand ebenso im Jahr 2008 statt. Hierzu ein Auszug aus meinem Buch:

 

„Bei der Entwicklung der Kapitalrücklage stellt der FBS-Geschäftsbericht für 2008 auf Seite 37 folgendes fest: „Die Erhöhung der Kapitalrücklage ist zum einen auf eine Bareinlage der Gesellschafter (TEUR 63.215) und zum anderen auf die Umwandlung der Gesellschafterdarlehen in Eigenkapital (TEUR 224.522) zurückzuführen.“

Mit anderen Worten: Die Schulden werden der FBS wieder einmal erlassen und das Eigenkapital steigt dann plötzlich um diesen Betrag in Höhe von fast 300 Mio. Euro auf 896 Mio. Euro. Zum Vergleich: Das Eigenkapital der FBS lag z.B. im Jahr 2001 noch bei 111 Mio. Euro. Da laut Diagramm die Subventionen offensichtlich wiederum schneller wachsen als die rasant steigende Kapitalrücklage, kann wiederum nur

geschlussfolgert werden, dass damit auch der defizitäre Flugbetrieb des Konzerns subventioniert wurde, um 2007 erstmals und endlich eine schwarze Null schreiben zu können………“(Seite 85).

Und weiter auf Seite 86!

„Während z. B. seit 2001 ununterbrochen Eigenkapital in den Landesbetrieb FBS durch die Gesellschafter mit Unterstützung der Steuerzahler gepumpt wird, stieg die Eigenkapitalquote (Verhältnis Eigenkapital zum Gesamtkapital) von 18,8 % im Jahr 2001 auf schon unglaubliche 66,666 % im Jahr 2008! Allerdings ist die Kehrseite der Medaille in der desolaten Rentabilität dieses Kapitals zu sehen: Denn die Eigenka-

pitalrendite (Verhältnis Jahresüberschuss zu Eigenkapital) „entfaltete“ sich von –1,65 2001 (bei einem Jahresverlust von 184 Mio. Euro) auf klägliche 2 % im Jahr 2008! Zur Erinnerung: HOCHTIEF forderte vor der gescheiterten Privatisierung der BBF eine Rendite auf das eingesetzte Kapital in Höhe von 15 %, weshalb auch eine Flughafengebühr von der privaten Hand gefordert wurde. Denn ohne diese lässt sich diese Rendite nicht erzielen. Jedoch funktioniert der künftige Billigfliegerstandort BBI mit einer derartigen Flughafengebühr dann erst recht nicht mehr! Summa summarum: Nachdem die private Hand dankend ablehnte, soll nun der Bürger für dieses unrentable Staatsunternehmen dauerhaft einspringen!“

 

An dieser Situation hat sich auch 2009 nichts geändert. Dieser Zustand wird sich auch mindestens in den nächsten  10 Jahren nicht ändern.

Das Eigenkapital kann natürlich auch durch selbst erwirtschaftete Gewinne erhöht werden. Aber weil das im Fall der FBS kaum zutraf, sorgte fast ausschließlich der Steuerzahler für dessen Erhöhung. Auch an dieser Stelle lässt sich nochmals  sehr gut untermauern, warum keine privaten Betreiber für den BBI zu finden waren, da die FBS (und vorher die BBF) offensichtlich nur durch dauerhaft in die Jobmaschine fließendes Steuergeld am Leben zu erhalten war und ist. 

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Mai 1st, 2010 — 1:42pm


6. Der „margenstarke“ Non-Aviation Bereich soll weiterhin den Umsatz für den Schuldendienst retten

Aber weiter mit dem aufschlussreichen Zitat von Herrn Schwarz in Teil 2 dieser Reihe! Damit der Umsatz nicht wieder sinkt will Flughafenchef „Schwarz weiterhin die margenstarken Bereiche wie das Non-Aviation- und Vermietungsgeschäft verstärken.“  

Trotz bereits erfolgter „Verstärkung“ ist Non-Aviation in 2009 von 46 Mio. auf 41 Mio. EURO ebenfalls gesunken.

Und was meint er mit „margenstark“? Wenn diese Non-Aviationumsätze in Relation zu den geschrumpften Passagieren gesetzt werden ergeben sich exakt 1,9831 EURO, die ein Passagier auf den Berliner Flughafen in 2009 ausgegeben hat. Andere Flughäfen haben dahingehend sogar das drei- oder vierfache aufzuweisen. Aber in Berlin hat sich zumindest seit 2007 an dieser Schwäche nichts geändert: Vor 3 Jahren lagen diese Umsätze ebenfalls bei 1,9 EURO je Passagier. Der Non-Aviation-Umsatz fristet mit einem Umsatzanteil von 17 % im Vergleich zu Fraport mit über 50 %  ein stabiles Nischendasein.

Allerdings könnte man behaupten, dass die Situation in Wirklichkeit gar nicht so schlecht aussieht: Denn der Berliner Anteil des Non-Aviationgeschäfts stieg „tatsächlich“ gegenüber dem Vorjahr immerhin von 16,6 % auf 17,1 %, weil die Umsatzerlöse insgesamt schneller schrumpften als bei Non-Aviation. Wenn dann die Aviationumsätze auf dem BBI auch dauerhaft schrumpfen sollten gibt es berechtigten Grund zur Hoffnung, dass Non-Aviation doch noch das „margenstarke“ Zugpferd auf dem BBI wird, der bald mit riesigen Konsumflächen aufgerüstet ist. Ein Rätsel bleibt allerdings dabei, wie bei dem dominierenden Billigfliegeranteil die Kaufkraft durch mehr Konsumflächen erhöht werden soll.

Immerhin werden die Steuermittel für Speis und Trank beim Terminalrichtfest, auf dem die vielen geladenen Gäste der Politikelite und Presse/Medien defilieren werden, dem Non-Aviationumsatz ohne Zweifel einen „gewissen“ Schub verleihen.

Geschäftsführer Schwarz geht im Übrigen durch seine Verlautbarungen davon aus, dass der Non-Aviationanteil sogar auf 46 % gesteigert wird. Wie kann er das plausibel begründen, während er gegenwärtig nicht einmal weiß, wie hoch künftig der Aviationumsatz sein wird. Denn gegenwärtig laufen die wohl außerordentlich komplizierten Verhandlungen mit den Airlines über die Höhe der Gebühren auf Hochtouren. Nicht umsonst wird auch im Geschäftsbericht auf Seite 74 darauf verwiesen, dass „sich ein gewisses Risiko hinsichtlich der Durchsetzbarkeit der geplanten Aviation-Entgelte“ ergibt.

Ein „gewisses Risiko“? Gewiss ist das ein Risiko, sogar ein hohes Risiko, denn in dem  gleichen Abschnitt wird auf Seite 74 hervorgehoben, dass „mit der Inbetriebnahme des neuen Flughafens…die Profitabilität noch einmal gesteigert werden“ muss. Gemeint sind hier die Entgelte, die man dann auf dem neuen Flughafen durchdrücken muss, um die unprofitable FBS zu retten. Profitabel ist ein Unternehmen erst, wenn Profit, Rendite oder Gewinn abgeworfen wird. Das hat aber, wie bereits nachgewiesen. zu keinem Zeitpunkt für die FBS oder BBF zugetroffen.

Abgesehen davon, dass der Geschäftsbericht von dem „neuen Flughafen“ spricht, alle wissen dass im Planfeststellungsverfahren von einem „Ausbau“ die Rede ist und der BBI auch so beantragt wurde, sticht das System der Verschleierungen bezüglich auch der „ersten Phase der Profitabilität“ ins Auge:

„In den letzten Jahren ist es gelungen, die Profitabilität des operativen Geschäfts stetig zu steigern. Um den Eigenfinanzierungsbeitrag vollständig zu erwirtschaften, muss die Profitabilität des operativen Geschäfts bzw. des EBITDA bis 2011 sukzessiv verbessert werden.“

Gemeint ist hier eine umgekehrte, eine negative Profitabilität: Durch operative Eingriffe am Steuerzahler ist es gelungen, in eine unrentable Flughafengesellschaft fast 440 Mio. EURO zu transferieren, die die FBS niemals selbst erwirtschaften könnte, hat oder wird. Wie in Teil 2 berichtet fehlen dahingehend noch 104 Mio. EURO, die der Steuerzahler schlicht noch zu zahlen hat.

Wenn diese Transaktionen „das operative Geschäft“ der FBS vor, mit und nach Eröffnung des BBI repräsentieren, dann ist das opulente Richtfest für das Terminal nach der Entschleierung dieser hier bemühten diversen Zitaten und Geschäftsberichte eher eine qualvolle („Hin“)Richtung des jetzigen und künftigen Steuerzahlers.    

Bis zu diesem verheißungsvollen Richtfest am 7. Mai muss natürlich auch noch der BBI-Eröffnungstermin ganz sicher gehalten werden. Wenn danach der Eröffnungstermin plötzlich wegen des harten Winters und des ungünstigen Eröffnungstermins zum komplizierten Winterflugplanwechsel nicht gehalten werden kann, sollte für die entsprechende Pressekonferenz dann der Tag gewählt werden, an dem bekannt gegeben wird, ob die ILA in Berlin bleibt oder nicht.

Für den Fall dass sie bleibt, wird die schlechte Botschaft von der x-ten Verschiebung des BBI-Eröffnungstermins natürlich etwas neutralisiert, an die man sich ja ohnehin schon gewöhnt hat. Wenn die ILA für Berlin allerdings abgängig sein sollte, dann ist es nicht ganz so einfach. Jedenfalls würde dann in Berlin keine Militärschau für die Rüstungsindustrie mehr stattfinden, da die ILA vorrangig Rüstungsgüter ausstellt. Auch wenn das den rot-roten Regierungen in Berlin und Brandenburg nicht passt und sie hierfür unbedingt dazu bereit waren, noch tiefer in die Taschen des Steuerzahler zu greifen.

Wenn Sie die bittere Wahrheit über den BBI erfahren wollen, bleiben Sie meinem Blog treu und lesen Sie demnächst weiter.

Ihnen noch einen schönen, krawallfreien 1. Mai und ein erholsames Wochenende!

Herzlichst Frank Welskop 

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